Madrigal Aktie: Erster Quartalsgewinn
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 13:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deMadrigal schreibt erstmals schwarze Zahlen. Das Leberspezialisten-Unternehmen übertraf im dritten Quartal die Erwartungen deutlich, die Aktie legte vorbörslich um gut zehn Prozent zu.
Rezdiffra trägt das Ergebnis
Der Umsatz stieg um 50 Prozent auf 431,3 Millionen Dollar, erwartet hatte der Markt rund 405 Millionen. Der gesamte Erlös stammt aus dem MASH-Medikament Rezdiffra. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verkäufe auf 1,1 Milliarden Dollar. Damit erreicht das Präparat weniger als drei Jahre nach dem Start den Blockbuster-Status.
Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 55,4 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 114,2 Millionen im Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn lag bei 1,83 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem Verlust von 0,83 Dollar gerechnet.
Die Kosten entwickelten sich günstig. Die Betriebsausgaben sanken auf 375,3 Millionen Dollar, getrieben von einem Basiseffekt: Im Vorjahr belastete eine einmalige Vorabzahlung für eine Lizenz von 117,3 Millionen Dollar die Forschungsausgaben. Die Vertriebskosten stiegen dagegen deutlich, unter anderem wegen des Ausbaus des Außendienstes und einer Verbraucherkampagne.
Wachstumsmarkt und neue Studie
Mehr als 55.850 Patienten nehmen das Medikament derzeit ein, fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Der Markt für Patienten mit mittlerem bis fortgeschrittenem Leberumbau wächst nach Unternehmensangaben auf über 530.000 Behandelbare. Bis Jahresende erwartet Madrigal hier ein Plus von mehr als 30 Prozent.
Der nächste Schritt gilt Patienten mit kompensierter Zirrhose. Madrigal plant mit MAESTRO-CSPH eine zweite Phase-3-Studie mit mehr als 2.000 Teilnehmern. Der Start ist für die erste Jahreshälfte 2027 vorgesehen, vorbehaltlich Gesprächen mit den Behörden. Die laufende Studie MAESTRO-NASH OUTCOMES soll Ende 2027 Daten liefern. Gelingt dort der Nachweis, wäre Rezdiffra die erste zugelassene Therapie für dieses Krankheitsstadium.
Die Finanzlage ist solide: Barmittel und Wertpapiere beliefen sich Ende September auf 961,8 Millionen Dollar. Die Aktie hatte zuletzt schwächer tendiert und lag auf Dreimonatssicht gut 15 Prozent im Minus. Die Zahlen liefern nun einen Gegenpol.
Schon in dieser Woche richtet sich der Blick auf den Leberkongress AASLD vom 5. bis 9. November in Denver. Madrigal hat dort 18 Abstracts angenommen, darunter 13 mit Daten aus dem Behandlungsalltag.
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