M/ I Homes Aktie: Anleger blicken durch
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 14:11 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Quartalszahlen verfehlen die Erwartungen, die Aktie springt trotzdem. Im vorbörslichen Handel legte M/I Homes zeitweise rund 14 Prozent zu, nachdem der Hausbauer seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt hatte. Der Markt scheint auf anderes zu schauen als auf die Gewinnzeile.
Gewinn bricht ein, Erwartungen verfehlt
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,70 Dollar. Analysten hatten mit 3,25 Dollar gerechnet. Der Umsatz sank um 5 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar und lag damit leicht unter den Schätzungen.
Der Nettogewinn fiel auf 66,6 Millionen Dollar, im Vorjahr waren es noch 106,5 Millionen. Je verwässerter Aktie ergibt das 2,56 Dollar nach 3,92 Dollar.
Der Vorsteuergewinn ging um 38 Prozent zurück, belastet auch durch Abschreibungen auf Bestände von 4,7 Millionen Dollar. Die Bruttomarge lag bei 20,9 Prozent.
Konzernchef Robert Schottenstein verweist auf ein schwieriges Umfeld: höhere Hypothekenzinsen, schwächere Nachfrage und wachsende wirtschaftliche Unsicherheit. Dennoch seien die Resultate "recht solide".
Was Anleger offenbar honorieren
Die operative Entwicklung fiel milder aus als der Gewinnrückgang. Ausgelieferte Häuser sanken nur um 2 Prozent auf 2.241, neue Aufträge ebenfalls um 2 Prozent auf 1.861. Auf Neunmonatssicht liegen die Bestellungen sogar 5 Prozent über dem Vorjahr. Die Stornoquote blieb bei 12 Prozent.
Der Auftragsbestand schrumpfte dagegen um 7 Prozent auf 2.046 Häuser. Die Zahl der Verkaufsstandorte stieg auf 246 nach 233 im Vorjahr.
Stark präsentiert sich die Bilanz. Das Eigenkapital erreichte mit 3,3 Milliarden Dollar einen Rekord, der Buchwert je Aktie stieg auf 130 Dollar. Die Verschuldung der Hausbausparte liegt bei 18 Prozent des Kapitals, die Kreditlinie von 900 Millionen Dollar ist ungenutzt. Hinzu kommen 621 Millionen Dollar Barmittel.
Im Quartal kaufte das Unternehmen eigene Aktien für 50 Millionen Dollar zurück. Der Buchwert liegt damit nahe dem Niveau, das die Aktie vorbörslich handelt: Bei rund 120 Dollar vor der Reaktion notierte sie klar unter ihrem Eigenkapital je Anteil.
Einordnung
Schwache Marge, sinkender Bestand, negativer operativer Cashflow im Quartal: Die Schwächen sind real. Der Kurssprung deutet jedoch darauf hin, dass Marktteilnehmer die Erwartungen bereits tief angesetzt hatten und die stabilen Auftragszahlen sowie die solide Bilanz als Puffer werten. Die Telefonkonferenz des Managements fand heute um 10:30 Uhr Ortszeit an der Ostküste statt. Ob der Kurssprung im regulären Handel hält, zeigt sich heute Nachmittag.
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