Lumentum, Aktie

Lumentum Aktie: Zweiter Großauftrag für optische Verbindungen

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Quartalserlöse und ein starker Ausblick treffen auf eine variable Aktiengegenleistung und offene Bedingungen beim geplanten Zusammenschluss.
Leuchtende Glasfaserkabel in einer technologischen Umgebung als Symbol für moderne Datenverbindungen. Illustration mit AI erstellt.

Ein weiterer Großauftrag für optische Verbindungen stärkt Lumentums Wachstumsausblick. Kaufzusagen von mehr als 5 Mrd. US-Dollar unterstreichen die Nachfrage nach der Technologie. Die heute berichteten Quartalszahlen und Prognosen zeigen zugleich: Operativ wächst Lumentum kräftig. Für die Aktionäre steht diesem Wachstum allerdings das Bewertungs- und Abschlussrisiko der geplanten Marvell-Übernahme gegenüber.

Auftrag und Quartalszahlen zeigen Wachstum

Lumentum meldete einen zweiten großen Auftrag im Bereich NPO/CPO. Dabei geht es um optische Verbindungstechnik nahe an beziehungsweise gemeinsam mit den Prozessoren. Die Kaufzusagen sind ein wichtiger Nachfragebeleg, dürfen aber nicht mit bereits verbuchtem Umsatz gleichgesetzt werden.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erreichte Lumentum einen Umsatz von 1.262,6 Mio. US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 533,8 Mio. US-Dollar. Damit hat sich das Geschäft mehr als verdoppelt.

Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie übertraf die Erwartungen. Es erreichte 4,57 US-Dollar gegenüber einem Analystenkonsens von 4,22 US-Dollar.

Die Geschäftsentwicklung liefert damit ein operatives Gegengewicht zu den Sorgen um den Zusammenschluss. Für Anleger sind die Nachfrage nach Lumentums Produkten und der Wert der angebotenen Marvell-Aktien dennoch zwei unterschiedliche Bewertungsfragen.

Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt Lumentum einen Umsatz von 1,58–1,63 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie erwartet das Unternehmen 5,90–6,20 US-Dollar.

Aktienangebot bleibt eine variable Gegenleistung

Die geplante Übernahme soll Lumentums Laser, optische Transceiver und optische Schalter mit Marvells Netzwerk- und Verbindungstechnologien zusammenführen. Ziel ist ein breiteres Angebot für die Vernetzung von KI-Infrastruktur. Bis zum Abschluss bleiben die Unternehmen unabhängig.

Vereinbart sind 4,5 Marvell-Aktien je Lumentum-Aktie. Der angekündigte Unternehmenswert einschließlich Schulden beträgt rund 115 Mrd. US-Dollar. Der Abschluss wird im ersten Halbjahr 2028 erwartet.

Entscheidend ist der feste Umtauschkurs: Sinkt Marvells Aktienkurs, sinkt auch der Wert der Gegenleistung für Lumentum-Aktionäre. Das Angebot sichert deshalb keinen festen Dollarbetrag. Hinzu kommen die noch erforderlichen Zustimmungen der Aktionäre und Behörden sowie weitere Abschlussbedingungen.

Marvell erwartet jährliche Kostensynergien von mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Außerdem soll die Transaktion bereits im ersten Jahr nach dem Abschluss den bereinigten Gewinn je Aktie steigern. Beides sind Erwartungen und noch keine realisierten Ergebnisse.

Analysten gewichten die Risiken neu

Die Analystenreaktionen zeigen, dass gute Geschäftszahlen allein die Bewertung derzeit nicht bestimmen. Im Mittelpunkt stehen auch der Abstand zum rechnerischen Übernahmewert und die Unsicherheit über den Vollzug.

Needham senkte gestern das Lumentum-Kursziel von 1.040 auf 800 US-Dollar, hielt aber an der Kaufempfehlung fest. Das Haus verwies auf negative Anlegerreaktionen und Abschlussrisiken. Zugleich strich es Lumentum von seiner Liste besonders überzeugender Anlageideen.

B. Riley zog die Kaufempfehlung dagegen zurück und stufte Lumentum auf „Neutral“ herab. Das Kursziel sank von 1.142 auf 770 US-Dollar.

Damit bleibt die zentrale Unterscheidung für Anleger klar: Der Großauftrag und die Quartalsprognose stützen Lumentums operatives Wachstum. Welche Gegenleistung die Aktionäre tatsächlich erhalten, hängt jedoch zusätzlich von Marvells Kursentwicklung und dem erfolgreichen Abschluss der Übernahme ab.

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