Lumentum Aktie: 87-Millionen-Dollar-Vertrag mit AXT
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Optikspezialist Lumentum sieht die Expansion von Glasfasernetzen für künstliche Intelligenz durch eine kritische Verknappung bei wesentlichen Rohstoffen bedroht. Michael Hurlston, CEO von Lumentum, warnte heute auf dem RAISE Summit in Paris, dass die Kapazitäten für Indiumphosphid (InP) derzeit um mehr als 30 Prozent hinter der weltweiten Kundennachfrage zurückbleiben. Dieser Engpass bei optischen Komponenten könnte sich zu einer größeren Bremse für den KI-Ausbau entwickeln als die vorangegangenen Knappheiten bei Speicherchips.
Kritische Lücke in der Versorgung mit Indiumphosphid
Indiumphosphid ist ein essenzieller Werkstoff für die Herstellung von Lasern und Transceivern, die in Rechenzentren für den Datentransfer zwischen KI-Beschleunigern benötigt werden. Laut Hurlston hat sich die Versorgungslücke bei Elektroabsorptions-modulierten Lasern (EML) zuletzt von etwa 25 bis 30 Prozent auf über 30 Prozent ausgeweitet. Besonders brisant ist die Situation aufgrund der starken Marktkonzentration: China kontrolliert rund 69 Prozent der weltweiten Indiumproduktion und hat bereits im Februar 2025 Exportkontrollen eingeführt.
In der Folge brachen die Exporte von unverarbeitetem Indium zwischen September 2024 und September 2025 um 72 Prozent ein. Dies spiegelt sich auch in der Preisentwicklung wider. Während der Preis pro Kilogramm im Jahr 2024 noch bei etwa 340 US-Dollar lag, stieg er im Jahr 2025 in US-Lagern auf rund 390 US-Dollar an. Experten gehen davon aus, dass die Knappheit bei optischen Transceivern erst gegen Ende des Jahres 2026 überwunden werden kann.
Langfristige Sicherung der Kapazitäten durch Millionen-Deal
Um die Lieferfähigkeit trotz der angespannten Marktlage zu gewährleisten, hat Lumentum am Sonntag eine verbindliche, langfristige Vereinbarung mit dem Materiallieferanten AXT geschlossen. Der Vertrag sieht eine Kapazitätsreservierung bis Ende 2031 vor. Lumentum leistet hierfür eine Anzahlung in Höhe von insgesamt 87 Millionen US-Dollar. Die erste Hälfte dieser Summe soll innerhalb von 30 Werktagen fließen, die verbleibenden 43,5 Millionen US-Dollar sind für das Jahr 2028 geplant.
Die Vereinbarung verpflichtet AXT dazu, eine jährliche Mindestkapazität an InP-Substraten für Lumentum vorzuhalten. Im Gegenzug geht Lumentum Abnahmeverpflichtungen ein. Parallel dazu investiert das Unternehmen in die technologische Weiterentwicklung und beteiligte sich jüngst an einer Finanzierungsrunde über 145 Millionen US-Dollar für das Startup Eliyan, das an neuen Interconnect-Technologien für KI-Chips arbeitet.
Starkes Umsatzwachstum und institutionelle Umschichtungen
Trotz der logistischen Herausforderungen verzeichnete Lumentum zuletzt ein dynamisches Wachstum. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 90,1 Prozent auf 808,4 Millionen US-Dollar. Dabei übertraf der Gewinn pro Aktie mit 2,37 US-Dollar die Erwartungen der Analysten um 0,10 US-Dollar. Das Unternehmen profitiert unter anderem von einer massiven Kooperation mit Nvidia, die im März 2026 jeweils zwei Milliarden US-Dollar in Lumentum und den Konkurrenten Coherent investierte, um sich Zugriff auf hunderte Millionen Laser zu sichern.
An der Börse wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt. Gestern schloss die Aktie im Handel bei 620,10 Euro. Damit verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 95,80 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten beläuft sich der Wertzuwachs sogar auf 542,59 Prozent. Während Analysten im Konsens mit 14 Kaufempfehlungen und sieben Haltepositionen bei einem durchschnittlichen Kursziel von 1.012,67 US-Dollar überwiegend optimistisch bleiben, zeigten sich zuletzt institutionelle Gewinnmitnahmen. So reduzierte der Vermögensverwalter Amundi seine Position im ersten Quartal 2026 um über 80 Prozent und veräußerte dabei mehr als 920.000 Anteile. Dennoch befinden sich weiterhin rund 94 Prozent der Aktien in den Händen institutioneller Investoren.
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