Lufthansa Cargo steigert EBIT um 47 Prozent
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 10:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Deutsche Lufthansa reagiert auf die jüngsten Turbulenzen an den Energiemärkten und den Wettbewerbsdruck mit einer verstärkten Absicherung ihrer Treibstoffkosten. Während die Airline-Gruppe im operativen Geschäft mit gestiegenen Ausgaben zu kämpfen hat, erweist sich die Frachttochter Lufthansa Cargo im ersten Halbjahr 2026 als stabiler Ertragsbringer. Die Aktie notiert aktuell bei 8,39 Euro und damit etwa 6,86 Prozent unter ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, der bei 9,00 Euro verläuft.
Strategische Absicherung gegen volatile Treibstoffpreise
Angesichts massiver Mehrausgaben infolge geopolitischer Konflikte baut der Konzern seine Absicherungsgeschäfte für das kommende Jahr wieder deutlich aus. Wie Finanzvorstand Till Streichert in Frankfurt mitteilte, liegt die Hedgingquote für das Kerosinbudget des Jahres 2027 bereits wieder bei knapp über 50 Prozent. Ziel des Unternehmens ist es, sechs Monate vor dem jeweiligen Abflugtermin eine Quote von 85 Prozent zu erreichen.
Diese Maßnahme folgt auf ein belastendes zweites Quartal 2026, in dem allein durch die Auswirkungen des Iran-Krieges Mehrausgaben in Höhe von 750 Millionen Euro beim Treibstoff anfielen. Für das gesamte laufende Jahr kalkuliert die Lufthansa derzeit mit einer Tankrechnung von insgesamt 8,7 Milliarden Euro. Dies entspricht einer leichten Verbesserung gegenüber den Prognosen vom Mai, als die Erwartungen noch um 200 Millionen Euro höher lagen. Vor dem Ausbruch der regionalen Konflikte hatte das Unternehmen bereits 85 Prozent des Budgets für das laufende Jahr fixiert.
Frachtsparte mit deutlichem Ergebnissprung
Während das Passagiergeschäft unter Druck steht, meldet Lufthansa Cargo für das erste Halbjahr 2026 ein kräftiges Wachstum. Der Umsatz der Logistiksparte kletterte um 16 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro, nach 1,65 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Noch deutlicher fiel die Steigerung beim bereinigten EBIT aus, das um 47 Prozent auf 199 Millionen Euro zulegte. Die operative Marge verbesserte sich damit auf 10,4 Prozent.
Das Unternehmen investiert massiv in die Modernisierung seiner Infrastruktur. Im Rahmen des Projekts "LCCevo" fließen rund 600 Millionen Euro in die Erneuerung der Frachtkapazitäten. Zudem wurde im zweiten Quartal die GlobeCross GmbH gestartet, um das Logistikangebot weiter auszubauen. Trotz einer Kapazitätsausweitung um 5 Prozent blieb die Auslastung mit 63,8 Prozent auf einem stabilen Niveau. Der Kurs der Lufthansa-Aktie hat sich derweil ein Stück weit von seinen Höchstständen entfernt: Mit dem aktuellen Niveau liegt das Papier 18,34 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro.
Effizienzmaßnahmen und internationale Expansion
Um die Rentabilität im Konzern zu steigern, wurden zuletzt deutliche Einschnitte im Flugbetrieb vorgenommen. Die Tochtergesellschaft Cityline wurde stillgelegt, was dazu führte, dass 23 Regionalflugzeuge vom Typ CRJ-900 vorerst ungenutzt bleiben. Parallel dazu setzt die Lufthansa auf technologische Innovationen zur Verbrauchsreduktion. Derzeit wird eine neue Oberflächentechnologie namens AeroShark auf einem Airbus A319 zwischen München und Hamburg getestet. Diese "Haifischhaut"-Folie soll den Luftwiderstand verringern und den Treibstoffverbrauch sowie den CO2-Ausstoß um etwa ein Prozent senken.
Auf internationaler Ebene baut der Konzern zudem seine Wartungskapazitäten aus. Am gestrigen Sonntag erfolgte der Spatenstich für ein neues Wartungszentrum der Lufthansa Technik Philippines am Clark International Airport. Die Investition im dreistelligen Millionenbereich soll bis 2028 rund 1.200 neue Arbeitsplätze schaffen und ist speziell auf die Wartung moderner Langstreckenflugzeuge wie den Airbus A350 und die Boeing 787 ausgerichtet. In Deutschland sorgte zudem ein technischer Notfall am Sonntag für Aufmerksamkeit, als eine Maschine auf dem Weg von Slowenien nach Deutschland außerplanmäßig in Dresden landen musste; Passagiere und Besatzung blieben dabei unversehrt.
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