Lufthansa Cargo: 50.000 Quadratmeter Lagerfläche hinzu
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 12:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Lufthansa Group treibt ihre Wachstumsstrategie im Frachtsektor voran und sichert sich zusätzliche Kapazitäten am deutschen Heimatmarkt. Während die Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo eine vollständige Übernahme der LUG aircargo handling GmbH vereinbart hat, bemüht sich der Konzern an anderer Front um operative Stabilität: In Seeheim begannen die entscheidenden Schlichtungsverhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, um künftige Arbeitskämpfe zu verhindern.
Ausbau der Handling-Kapazitäten am Heimatmarkt
Am Mittwoch unterzeichnete Lufthansa Cargo den Vertrag zur 100-prozentigen Übernahme der LUG aircargo handling GmbH von der Dettmer Group. Mit diesem Schritt gewinnt der Konzern rund 50.000 Quadratmeter zusätzliche Lagerfläche in Deutschland hinzu.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Ziel des Zukaufs ist es, die Abfertigungskapazitäten deutlich zu erweitern und damit die langfristige Wachstumsstrategie der Logistiksparte zu untermauern.
Dieser Ausbau erfolgt in einer Phase, in der die Lufthansa Group ihre Profitabilität stabilisieren muss. Die im August vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal zeigten zwar ein Umsatzplus von 7,9 Prozent auf rund 11,14 Milliarden Euro, jedoch lag das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted EBIT) deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen.
Steigende Kerosinkosten und die Belastungen durch vorangegangene Streiks drückten auf die Bilanz, weshalb die Prognose für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro gesenkt wurde.
Schlichtungsverfahren soll Tarifkonflikt beenden
Um weitere operative Störungen zu vermeiden, hat der Konzern am Freitag vergangener Woche ein umfassendes Schlichtungsverfahren mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eingeleitet.
Als Schlichter fungieren der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow für die Arbeitnehmerseite und der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch für die Lufthansa. Das Verfahren umfasst neben der Kernmarke auch die Einheiten Cargo, Cityline und Eurowings.
Die Verhandlungen in Seeheim konzentrieren sich unter anderem auf Forderungen nach höheren Arbeitgeberbeiträgen zur betrieblichen Altersvorsorge. Eine Einigung soll bis spätestens 15. Oktober erzielt werden, wobei eine anschließende Mediation den Prozess bis Mitte November absichern kann.
Durch den Start der Schlichtung ist die akute Streikgefahr für die kommenden Wochen gebannt, was dem Konzern Planungssicherheit für den laufenden Flugbetrieb verschafft.
Fokus auf Premium-Segment und personelle Kontinuität
Parallel zur logistischen Expansion plant die Airline eine Aufwertung ihres Angebots. Medienberichten zufolge prüft das Management eine umfassende Umgestaltung der Flugzeugkabinen für Neuauslieferungen der Typen Airbus A350-1000 und Boeing 777-9. Hintergrund ist die stark steigende Nachfrage nach hochpreisigen Sitzklassen.
Durch einen höheren Anteil an Premiumsitzplätzen strebt die Lufthansa bis zum Jahr 2030 eine Marge von 8 bis 10 Prozent an. Bereits ab Mitte September sind zudem neue Sitzkategorien in der Business Class für Langstreckenflüge buchbar.
An der Börse spiegeln sich die strategischen Bemühungen noch nicht in einer nachhaltigen Erholung wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 7,69 Euro, was einem moderaten Tagesplus von 0,8 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn weist der Titel jedoch ein Minus von 8,5 Prozent auf. Zudem notiert der Kurs aktuell 8,7 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, was die anhaltend vorsichtige Haltung der Marktteilnehmer unterstreicht.
Personell bereitet der Konzern zudem einen Generationswechsel in der Wartungssparte vor. Harald Gloy wird am 1. Februar 2027 den Vorstandsvorsitz von Lufthansa Technik übernehmen. Er folgt auf Sören Stark, der in den Ruhestand tritt. Gloy ist seit über 25 Jahren im Konzern tätig und bekleidet derzeit die Position des operativen Vorstands.
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