Lufthansa Aktie: Teyssen warnt vor Rückstand zur Konkurrenz
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei der Deutschen Lufthansa AG wächst der Handlungsdruck an der Unternehmensspitze. Johannes Teyssen, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Fluggesellschaft, warnte am 24. September vor anhaltenden wirtschaftlichen Rückständen gegenüber der Konkurrenz. Um die schwache Entwicklung des Konzerns zu korrigieren, könnten deutlich größere Anstrengungen notwendig werden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Aussagen des Chefkontrolleurs.
Lufthansa habe im Vergleich zu den stärksten Konkurrenten an Boden verloren und müsse sich internen Schwächen stellen. Neben mehr Offenheit nach außen schloss Teyssen auch eine Verschärfung des bisherigen Sparkurses nicht aus.
Flottenausbau und personelle Kontinuität
Parallel zu den Mahnungen aus dem Kontrollgremium treibt das Unternehmen seine langfristige Ausrichtung voran. Am 17. September stimmte der Aufsichtsrat der Ausübung von 20 Kaufoptionen für Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 10 zu.
Das Gesamtvolumen der fest bestellten 737-MAX-Flotte erhöht sich damit auf 60 Maschinen. Die Auslieferung dieser zusätzlichen Tranche ist für Beginn der 2030er Jahre vorgesehen, wobei der Listenpreis der Bestellung bei rund 3,4 Milliarden US-Dollar liegt.
Gleichzeitig setzt das Gremium auf Stabilität in der Führungsetage. Die Vorstandsmitglieder Grazia Vittadini, Till Streichert und Dieter Vranckx wurden im Zuge derselben Sitzung erneut bestellt. Die Verträge laufen nach Branchenberichten für Vittadini bis 2030 sowie für Streichert und Vranckx bis 2032.
Die Verbindung aus notwendigen Milliardeninvestitionen in modernes Fluggerät und geforderter Kostendisziplin verdeutlicht das Spannungsfeld, in dem die Airline agiert. Interne Projekte zur Neuausrichtung sorgen für Diskussionen über den richtigen Grad an Zentralisierung.
Zurückhaltende Einstufung am Markt
Am Aktienmarkt spiegeln sich die strukturellen Herausforderungen im bisherigen Jahresverlauf wider. Das Papier beendete den Handel gestern bei 7,74 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 7,9 Prozent.
Die Experten von Bernstein Research reagierten am 24. September auf die Gesamtlage und bestätigten ihre Einstufung für die Fluggesellschaft mit „Market-Perform“. Das Kursziel beließ das Analysehaus unverändert bei 9 Euro. Für eine nachhaltige Erholung der Notierung dürfte nun entscheidend sein, wie konsequent das Management die operativen Hausaufgaben anpackt.
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