Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Spanne schrumpft nach oben

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Konzern übertraf im dritten Quartal die Gewinnerwartungen, senkte jedoch wegen höherer Treibstoffkosten die obere Grenze seiner Jahresprognose.
Lufthansa, Aktie, Spanne, Konzern, Gewinnerwartungen, Treibstoffkosten, Grenze, Jahresprognose Illustration mit AI erstellt.

Der Sommer war stark, der Ausblick fällt dennoch schwächer aus. Lufthansa hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet, kappt aber zum zweiten Mal in diesem Jahr die Obergrenze der Gewinnprognose. Der Grund steht auf der Kostenseite: Kerosin.

Rekordumsatz, höhere Spritrechnung

Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 12,24 Milliarden Euro, so viel wie noch nie in einem Quartal der Konzerngeschichte. Das bereinigte Ebit legte um sechs Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zu. Analysten hatten im Konsens mit 1,37 Milliarden Euro gerechnet. Die Marge sank allerdings auf 11,5 von 11,9 Prozent.

Unter dem Strich verdiente der Konzern 1,26 Milliarden Euro, 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Erwartet hatten Analysten rund 1,07 Milliarden Euro. Basis- und Bewertungseffekte trugen dazu bei, der Nettogewinn wuchs daher überproportional.

Getragen wurde das Quartal von höheren Ticketpreisen sowie von Lufthansa Technik und dem Frachtgeschäft. Parallel dazu stiegen die Treibstoffkosten um 543 Millionen Euro.

Prognose: Oberes Ende fällt weg

Der Vorstand erwartet für 2026 nun ein bereinigtes Ebit von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Bisher lag die Spanne bei 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Die Kerosinrechnung dürfte für das Gesamtjahr bei 9,3 Milliarden Euro liegen, rund 600 Millionen mehr als noch im August angekündigt.

Damit rückt ein Rückgang gegenüber 2025 näher, als das Unternehmen operativ knapp 1,96 Milliarden Euro verdiente. Finanzvorstand Till Streichert zeigte sich zuversichtlich, die Spanne im Einklang mit der Kapitalmarkterwartung zu erreichen. Der Analystenkonsens liegt bei gut 1,7 Milliarden Euro und damit am unteren Rand.

Wo Lufthansa landet, hängt laut Streichert neben Spritpreis und Nachfrage vor allem von Lufthansa Cargo im Schlussquartal ab.

Marktreaktion und Tochter Swiss

Im vorbörslichen Handel auf Tradegate legte die Aktie zeitweise um 0,4 Prozent auf 7,44 Euro zu. Die Anleger nehmen die Zahlen also gelassen auf.

Ein ähnliches Muster zeigt die Konzerntochter Swiss. Ihr Betriebsgewinn stieg in den ersten neun Monaten um 10,2 Millionen auf 421,4 Millionen Franken. Hohe Nachfrage und ein gutes Frachtgeschäft glichen dort den Spritmehraufwand etwa aus.

Für Lufthansa liefert das vierte Quartal die Entscheidung: Landet das bereinigte Ebit nahe 1,7 Milliarden Euro, entspricht das der Analystenerwartung. Ein starkes Cargo-Geschäft könnte das Ergebnis Richtung 2,0 Milliarden Euro ziehen.

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