Lufthansa Aktie: Riad-Flüge bis Oktober gestrichen
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 02:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Verstärkte geopolitische Spannungen im Nahen Osten und spürbar anziehende Treibstoffpreise setzen die Lufthansa unter Druck. Die Fluggesellschaft reagierte am gestrigen Freitag auf die jüngsten militärischen Eskalationen in der Golfregion und verlängerte die Streichung ihrer Verbindungen in die saudi-arabische Hauptstadt Riad bis einschließlich 16. Oktober.
Gleichzeitig mahnen Branchenexperten vor den finanziellen Konsequenzen der Kerosinpreisentwicklung für das Gesamtjahr. An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 7,24 Euro, was einem Tagesverlust von 1,3 Prozent entspricht.
Kerosinpreise gefährden Jahresziele
Vor allem die Entwicklung der Treibstoffkosten rückt zunehmend in den Fokus der Analysten. Nach einem Austausch mit dem Konzern bekräftigte Analyst Arthur Kuntz vom Analysehaus AlphaValue seine Verkaufsempfehlung für die Aktie. Zwar bestätigte das Management seine Zielspanne für das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) im Gesamtjahr 2026 von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.
Nach Einschätzung von AlphaValue könnte dies das Jahresergebnis an das untere Ende der Prognosespanne drücken.
Die Experten verweisen darauf, dass teurer Treibstoff die Erträge der europäischen Luftfahrt im vierten Quartal 2026 sowie im Jahr 2027 belasten dürfte.
Zudem stützen die anhaltende Nachfrage auf den Transatlantikstrecken sowie das Frachtgeschäft das operative Ergebnis im dritten Quartal ab.
Streckenstreichungen nach Angriffen in Riad
Zusätzliche operative Hürden bringt die Sicherheitslage im Nahen Osten mit sich. Nach Angriffen von Huthi-Rebellen auf den Flughafen Riad am Donnerstag setzte die Lufthansa Group sämtliche Flüge dorthin für die Tochtergesellschaften Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways bis zum 16. Oktober aus.
Abseits des Krisenmanagements treibt der Konzern strategische Initiativen voran. Für die angestrebte Übernahme der portugiesischen TAP legte das Unternehmen eine verbesserte, vollständig bar finanzierte Offerte vor.
Mit Blick auf die Kursentwicklung bleibt die Gesamtlage jedoch herausfordernd: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 14 Prozent. Die weiteren Verhandlungen mit den Gewerkschaften sollen nach aktuellen Planungen bis Ende Oktober abgeschlossen werden.
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