Lufthansa Aktie: Q2-EBIT bricht von 870 auf 383 Millionen
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Lufthansa Group hat vor gut zwei Wochen ihre Ergebnisprognose für 2026 zusammengestrichen. Der Konzern rechnet nun nur noch mit einem bereinigten EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Grund war ein enttäuschendes zweites Quartal, das die Aktie tief in die Verlustzone schickte und bis heute belastet.
Umsatz wächst, Gewinn bricht ein
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro, verglichen mit 10,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das operative Bild trübte diese Zahl jedoch deutlich: Das bereinigte EBIT fiel von 870 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf nur noch 383 Millionen Euro.
Deutschsprachige Medien führten den Gewinneinbruch auf hohe Kerosinkosten und Streikfolgen zurück. Reuters berichtete, dass die Lufthansa-Aktie am Tag der Gewinnwarnung zeitweise mehr als 10 Prozent verlor – ein Ausschlag, der die Nervosität der Anleger unterstreicht.
An der Börse hat sich diese Nervosität bis heute nicht gelegt. Die Aktie notiert aktuell bei 8,05 Euro und verliert damit im heutigen Handel 1,5 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich das Minus auf 11 Prozent – ein Zeitraum, der die Gewinnwarnung und ihre Nachwirkungen exakt umfasst.
Analysten reagieren mit Kürzungen
Unmittelbar nach den Zahlen senkten mehrere Häuser ihre Kursziele. Goldman Sachs strich das Kursziel von 7,50 auf 7,10 Euro und beließ die Einstufung bei "Sell". JPMorgan reduzierte sein Ziel von 8,00 auf 7,50 Euro, die Bewertung blieb "Neutral".
Auch Bernstein Research und die DZ Bank kappten ihre Kursziele deutlich, wenngleich mit vorsichtigeren Einstufungen zwischen "Market-Perform" und "Halten". Die Bandbreite der reduzierten Kursziele signalisiert insgesamt wenig Vertrauen in eine rasche Erholung der Ergebnismarge.
Wi-Fi-Start als kleiner Lichtblick
Neben den Zahlen brachte der Konzern auch operative Neuigkeiten: Ab dem 19. August soll das neue "Lufthansa Group Wi-Fi" powered by Starlink zunächst auf einer Lufthansa A320neo starten. Für die Anleger dürfte dieses Detail angesichts der Ergebnisrevision jedoch zweitrangig bleiben – im Fokus steht die Frage, wie belastbar die gesenkte Jahresprognose tatsächlich ist.
Der Kursverlauf zeigt, dass der Markt die gesenkte Guidance bislang nicht als einmaligen Ausrutscher wertet. Solange die Kombination aus hohen Treibstoffkosten und Streikrisiken anhält, dürfte die Aktie unter Druck bleiben. Die kommenden Quartalsberichte werden zeigen müssen, ob sich die Ertragslage stabilisiert oder die Prognosekürzung erst der Anfang einer längeren Schwächephase war.
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