Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: Kaufangebot für TAP eingereicht

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

86 Prozent des Jahresbedarfs sind abgesichert; starke Nachfrage in Premiumklassen stützt die Erlöse auf Langstrecken.

Weißes Passagierflugzeug beim Start in goldenes Abendlicht auf einer Landebahn
Fotorealistisches Stockbild für Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125): Ein generisches, ungebrandetes Verkehrsflugzeug beim Start in warmem goldenem Abendlicht auf einer langen Landebahn, dramatischer Sonnenuntergang im Hintergrund Illustration mit AI erstellt.

Mehr als 1,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Kerosinkosten kommen im laufenden Jahr auf die Deutsche Lufthansa zu. Dies verdeutlichte Konzernchef Carsten Spohr angesichts eines Ölpreises der Sorte Brent von über 100 US-Dollar je Barrel. Damit fällt die Treibstoffrechnung für das Gesamtjahr 2026 spürbar höher aus als zuvor kalkuliert.

Eine wesentliche Stütze bietet das konzerneigene Risikomanagement: Für das laufende Jahr sind bereits 86 Prozent des benötigten Treibstoffs über Absicherungsgeschäfte preislich fixiert.

Starke Premium-Nachfrage federt Mehrkosten ab

Kompensieren will der MDax-Konzern die Kerosinbelastung vor allem über Anpassungen bei den Ticketpreisen und Einsparungen im laufenden Betrieb. Rückendeckung erhält die Airline dabei aus den margenstarken Reiseklassen. Nach Angaben von Spohr verkaufen sich Plätze in der First, Business und Premium Economy auf Langstreckenverbindungen derzeit am schnellsten.

In diesem Segment erzielt die Lufthansa auf der Langstrecke bereits mehr als die Hälfte ihrer Erlöse. Dagegen zeigten sich Teile der klassischen Economy-Klasse zuletzt zurückhaltender, insbesondere auf Routen zwischen Deutschland und den USA. Um die Ertragskraft im gehobenen Segment weiter zu stärken, rüstet das Unternehmen derzeit seine Flugzeuge auf neue Kabinenstandards um.

Am Aktienmarkt spiegelte sich die Kostenwarnung wider: Am gestrigen Mittwoch gab das Papier um 1,1 Prozent nach und schloss bei 7,66 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie damit auf 8,9 Prozent.

Flottenengpässe und Übernahmepläne

Erschwert wird die Kapazitätssteuerung durch anhaltende Lieferverzögerungen der Flugzeughersteller. Die Premiere der ersten Großraumjets vom Typ Boeing 777X verschiebt sich nach aktuellem Stand in das erste Quartal 2027 – eine Verzögerung von rund sieben Jahren. Früheren Zuwachs erhält die Teilflotte von Airbus: Der erste Jet des Modells A350-1000 soll bereits im November eintreffen.

Parallel treibt das Unternehmen seine internationale Konsolidierungsstrategie voran. An der italienischen ITA Airways hält die Lufthansa gegenwärtig 41 Prozent, wobei die Aufstockung auf 90 Prozent im ersten Quartal 2027 geplant ist. Gestern endete zudem die Angebotsfrist für den portugiesischen Staatskonzern TAP, bei dem die Fluggesellschaft ebenfalls ein finales Kaufangebot eingereicht hat.

An der Börse überwiegt bei Experten vorerst die abwartende Haltung.

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