Lufthansa Aktie: Duty-Travel-Abkommen mit Condor gekündigt
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Lufthansa Group passt ihren operativen Betrieb im Nahen Osten an die aktuelle Sicherheitslage an und setzt gleichzeitig deutliche Einschnitte in langjährigen Partnerschaften um.
Während der Konzern die Verbindung nach Riad ab dem 10. September wieder in den Flugplan aufnimmt, bleiben zahlreiche andere Strecken in der Region vorerst gestrichen. Am gestrigen Dienstag reagierte der Kapitalmarkt mit deutlicher Zurückhaltung auf die Gesamtlage: Die Aktie verzeichnete ein Minus von 3,5 Prozent.
Wiederaufnahme der Flüge nach Riad und Service-Erweiterungen
Wie das Unternehmen mitteilte, plant die Gruppe ab dem kommenden Monat insgesamt 67 Flüge pro Woche in den Nahen Osten anzubieten. Die Wiederaufnahme der Verbindung nach Saudi-Arabien markiert dabei einen vorsichtigen Schritt zurück zur Normalität in einem schwierigen Umfeld.
Gleichzeitig wurden jedoch Flugaussetzungen für Ziele wie Dubai, Beirut, Dammam, Erbil, Muscat und Teheran verlängert. Ursprünglich geplante Aufstockungen des Angebots in der Region können zudem aus operativen Gründen teilweise noch nicht wie vorgesehen starten.
Abseits der Krisenregionen setzt der Konzern auf eine Aufwertung seines Produktangebots. Seit dem gestrigen 1. September wurde das Onboard-Angebot auf Kurz- und Mittelstrecken um fünf vorbestellbare warme Gerichte in der Economy Class erweitert.
Zudem steht der Pre-Select-Service in der Business Class nun auf den meisten Langstrecken-Rückflügen nach Deutschland zur Verfügung. Diese Maßnahmen sollen die Kundenzufriedenheit steigern, während das Unternehmen wirtschaftlich unter Druck steht.
Ende des Duty-Travel-Abkommens mit Condor
Ein markanter Einschnitt betrifft die Zusammenarbeit mit dem Ferienflieger Condor. Lufthansa hat das langjährige Duty-Travel-Abkommen zum gestrigen 1. September gekündigt.
Für die Beschäftigten bedeutet dies, dass vergünstigte Dienstreisen zwischen den beiden Fluggesellschaften künftig nicht mehr möglich sind. Dieser Schritt unterstreicht die zunehmend distanzierte Beziehung zwischen dem ehemaligen Mutterkonzern und dem einstigen Tochterunternehmen.
Bereits am 4. August hatte die Lufthansa Group schwache Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das bereinigte EBIT brach von 870 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 383 Millionen Euro ein.
In der Folge senkte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf ein bereinigtes EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Die Konzernführung begründete die Entwicklung unter anderem mit deutlich gestiegenen Treibstoffkosten, wenngleich die Nachfrage nach Flugreisen grundsätzlich stabil bleibe.
Analysten warnen vor anhaltenden Risiken
Die angespannte Ergebnissituation sorgt bei Marktexperten für Skepsis. Die Analysten von Barclays hatten bereits am 19. August ihr Kursziel für die Lufthansa-Aktie von 7,75 Euro auf 7,50 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Underweight“ belassen. Medienberichten vom 28. August zufolge warnten die Experten zudem vor den schwächeren Ergebnisperspektiven und brachten die Möglichkeit einer weiteren Gewinnwarnung ins Gespräch.
An der Börse spiegelt sich die Verunsicherung wider. Mit dem jüngsten Kursrückgang summiert sich das Minus der letzten 30 Tage auf 18 Prozent. Aktuell notiert das Papier 13 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Neben dem operativen Druck belastet auch die strategische Neuausrichtung: Der zuvor diskutierte Börsengang einer Tochtergesellschaft ist laut Medienberichten derzeit vom Tisch, was als Rückzug von einem wichtigen Kapitalmarktprojekt gewertet wird.
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