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Lufthansa Aktie: Bundeswehr-Ausbildung ab 2027 übernommen

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 11:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

mwb research setzt das Lufthansa-Kursziel auf 21 Euro. Investitionen, Stellenabbau und Lufthansa Technik prägen die weitere Konzernentwicklung.

Lufthansa-Aktie: Analysten sehen 163 Prozent Kurspotenzial
Abstraktes Cockpit eines Flugsimulators mit moderner Instrumentierung und professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und laufender Umbaumaßnahmen bescheinigen Marktexperten der Deutschen Lufthansa derzeit ein erhebliches Wachstumspotenzial an der Börse. In einer heute veröffentlichten Analyse setzt mwb research das Kursziel für den MDax-Konzern bei 21,00 Euro an.

Gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag, der bei 8,01 Euro lag, entspricht dies einer theoretischen Upside von rund 163 Prozent. Die Analysten stützen ihre Bewertung unter anderem darauf, dass allein der Wert der Flugzeugflotte mehr als 85 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung abdeckt.

Restrukturierung und Premium-Investitionen

Um den Ruf als Premium-Fluggesellschaft zurückzugewinnen, hat die Konzernführung umfangreiche Investitionen in die Kabinenausstattung eingeleitet. Insgesamt 2,5 Milliarden Euro fließen in neue Sitze und Servicekonzepte für die Business und First Class. Parallel dazu forciert das Management einen strikten Sparkurs in der Verwaltung.

Geplant ist der Abbau von 4.000 Stellen in administrativen Bereichen, um die Kostenstruktur effizienter zu gestalten. Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Personalengpässe und vergangener Arbeitskämpfe, die den Flugbetrieb zuletzt belasteten.

Anleger blicken zudem auf die Kursentwicklung der vergangenen Monate: Seit Jahresbeginn verzeichnete der Titel ein Minus von 4,7 Prozent. Mit dem aktuellen Niveau notiert die Aktie rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro, das im Juli erreicht wurde.

Fokus auf Lufthansa Technik und militärisches Standbein

Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor im Konzern bleibt die Sparte Lufthansa Technik. Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Segment einen Umsatz von 8 Milliarden Euro aus. Während die operative Marge im vergangenen Jahr bei 7,5 Prozent lag, strebt das Unternehmen bis zum Jahr 2030 eine Steigerung auf über 10 Prozent an. Die Sparte profitiert dabei von einer starken Marktposition im Wartungsgeschäft.

Zusätzlich baut der Konzern seine Zusammenarbeit mit dem staatlichen Sektor aus. Wie gestern bekannt wurde, übernimmt Lufthansa Aviation Training ab Februar 2027 die Grundausbildung für Pilotenanwärter der Bundeswehr.

Am Standort Rostock-Laage sollen künftig jährlich etwa 50 Flugschüler ihre Ausbildung auf Maschinen des Typs Diamond DA40 NG absolvieren. Dieser Schritt erfolgt im Zuge der Flottenerweiterung der Luftwaffe, die unter anderem die Beschaffung von 60 Transporthubschraubern des Typs Boeing CH-47F Chinook umfasst.

Flottenmodernisierung und Netzwerkanpassungen

Operativ stehen zum kommenden Winterflugplan signifikante Änderungen im Streckennetz und in der Flottenzusammensetzung an. Am 25. Oktober wird die Lufthansa den letzten Flug eines Airbus A340-600 durchführen, bevor dieser Flugzeugtyp nach fast 23 Dienstjahren endgültig ausgemustert wird. Der letzte Linienflug soll von Frankfurt nach Washington führen. Gleichzeitig passt die Airline ihr europäisches Angebot an, um das Drehkreuz München zu stärken.

Dies führt zu Anpassungen auf dem Balkan: Die Verbindung zwischen Frankfurt und Zagreb wird im Winter 2026/27 halbiert, während die Frequenzen ab München erhöht werden.

Gleichzeitig pausiert die Tochter Eurowings einzelne Strecken zu Jahresbeginn 2027. International verhandelt die Lufthansa Group derzeit mit Nigeria über eine Überarbeitung des bilateralen Luftverkehrsabkommens, um den rechtlichen Rahmen an die aktuellen Marktgegebenheiten anzupassen.

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