Lufthansa Aktie: 850 Flugzeuge mit Starlink bis 2029
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 04:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während die Aktie zum Wochenschluss bei 7,63 Euro aus dem Handel ging und damit ein gutes Viertel unter ihrem Jahreshoch notiert, treibt Lufthansa an Bord und in der Flugplanung mehrere Projekte gleichzeitig voran. Der Konzern setzt derzeit auf spürbare Produktverbesserungen für Passagiere, während die Tarifsituation dank eines vereinbarten Schlichtungsverfahrens vorerst beruhigt scheint.
Highspeed-Internet startet in der Flotte
Seit dem 19. August steht auf dem ersten A320neo der Lufthansa kostenfreies Highspeed-Internet von Starlink zur Verfügung. Der Konzern kündigte an, den Rollout bis 2029 auf rund 850 Flugzeuge der gesamten Gruppe auszuweiten. Damit reagiert Lufthansa auf einen der meistgenannten Kritikpunkte von Vielfliegern – schwaches oder kostenpflichtiges Bordinternet – und positioniert sich im Wettbewerb um Kundenzufriedenheit neu.
Parallel dazu erweiterte die Airline am Flughafen München das Stopover-Angebot für Passagiere aus China, Indien, Japan, Südkorea und Thailand. Die Maßnahme zielt auf asiatische Umsteigereisende, für die München künftig attraktiver als Zwischenstopp positioniert werden soll.
Neues Verpflegungskonzept ab September
Ab dem 1. September bietet Lufthansa in der Economy Class auf Kurz- und Mittelstrecken fünf warme Speisen an. Zusätzlich wird das Pre-Select-Angebot in der Business Class auf Langstrecken ausgeweitet. Solche Investitionen in das Bordprodukt sollen die Marke im margenstärkeren Premiumsegment stärken, während der Konzern operativ weiter unter Kostendruck steht.
Genau dieser Spagat zwischen Investition und Kostendisziplin prägt aktuell das Bild bei Lufthansa: Zum zweiten Quartal 2026 meldete der Konzern trotz deutlich höherer Treibstoffkosten einen operativen Gewinn von 383 Millionen Euro. Der Gruppenumsatz stieg um 8 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Die Zahlen zeigen, dass das operative Geschäft trägt, auch wenn der Aktienkurs davon zuletzt wenig profitierte.
Tariffront beruhigt, operative Störungen bleiben
Nach der Einigung mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit auf ein Schlichtungs- und Mediationsverfahren für Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings sind weitere Pilotenstreiks vorerst vom Tisch. Medienberichten zufolge sollen die früheren Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und Roland Koch sowie ein weiterer Schlichter in den Prozess eingebunden werden.
Trotz dieser Entspannung an der Tariffront bleiben operative Herausforderungen bestehen. Die Lufthansa-Tochter Discover Airlines meldete Beeinträchtigungen auf Flügen von Namibia nach Europa wegen eines Kerosinengpasses am Flughafen Windhoek, von dem auch Lufthansa selbst betroffen war.
Zudem wurde laut Medienberichten ein Zwischenfall mit einem Airbus von einer Behörde untersucht, Details blieben dabei knapp. Auch die Schwestergesellschaft Swiss passt ihre Flottenplanung an: An der Basis Genf wird die Airbus-Flotte für den Sommerflugplan 2027 angepasst.
Kursbild bleibt angeschlagen
Der Aktienkurs spiegelt die operativen Fortschritte bislang nicht wider. Binnen 30 Tagen verlor das Papier 12 Prozent an Wert, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 9,2 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung liegt bei 9,16 Milliarden Euro. Mit einem 14-Tage-RSI von 27,8 gilt die Aktie charttechnisch als überverkauft, was auf eine ausgeprägte Verkaufsdynamik der vergangenen Wochen hindeutet.
Barclays Capital senkte das Kursziel am 19. August von 7,75 auf 7,50 Euro und beließ die Einstufung auf Underweight – ein Signal, dass die Skepsis der Analysten trotz solider Quartalszahlen und operativer Produktinitiativen anhält.
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