LPKF Laser Aktie: Warburg sieht Kaufchance trotz Prognosesenkung
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 14:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Warburg Research wertete die Kursschwäche von LPKF Laser nach der Prognosesenkung als Einstiegschance. Am 1. Oktober beließ Analyst Malte Schaumann die Empfehlung auf „Kaufen“ und das Kursziel bei 23,50 Euro. Damit steht der positiven Einschätzung eine deutlich vorsichtigere Unternehmensplanung gegenüber: Für Anleger ist entscheidend, ob sich die verschobenen Geschäfte tatsächlich realisieren lassen.
Analysten setzen auf Erholung
Die Kaufempfehlung ist keine Entwarnung für das operative Geschäft. Sie zeigt vielmehr, dass Schaumann trotz der gesenkten Erwartungen eine Anlagechance erkannte. Seine Einschätzung bezog sich ausdrücklich auf die Kursschwäche nach der Prognosekorrektur.
Auch Montega war positiv positioniert. Die von LPKF veröffentlichte Analystenübersicht führte Bastian Brach am 1. Oktober mit der Empfehlung „Kaufen“ und einem Kursziel von 22,00 Euro.
Beide Einschätzungen sind als Analystenurteile einzuordnen, nicht als Zusagen des Unternehmens. Die Kursziele ersetzen insbesondere keinen Nachweis, dass verzögerte Bestellungen bereits verbindlich vorliegen oder Umsatz bringen.
Verschobene Geschäfte bleiben der Prüfstein
LPKF hatte seine Umsatzprognose vor rund zwei Wochen auf 93 bis 100 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt. Als Gründe nannte das Unternehmen einen verzögerten größeren Solarauftrag und später als erwartet eintreffende Aufträge aus dem Advanced-Packaging-Markt.
Die Verschiebungen treffen damit nicht nur die Umsatzplanung. Auch die erwartete operative Profitabilität fällt schwächer aus. Der Zeitpunkt der Aufträge ist deshalb für die Beurteilung der Kaufempfehlungen wesentlich.
Für die bereinigte EBIT-Marge erwartet LPKF eine Spanne von ?7,0 % bis ?2,5 %. Die verzögerten Advanced-Packaging-Bestellungen sollen erst 2027 zum Umsatz beitragen.
Die ebenfalls vor rund zwei Wochen gemeldete Kaufabsichtserklärung eines führenden asiatischen Herstellers für NEXAR-LIDE-Systeme bietet einen möglichen geschäftlichen Ansatzpunkt. Sie bleibt aber eine Absichtserklärung. LPKF bezifferte die geplanten Anlagenkäufe auf einen mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag.
Vorstandskäufe als ergänzendes Signal
Neben den Analystenurteilen stehen Aktienkäufe aus dem Vorstand. Solche Transaktionen dokumentieren persönliche Anlageentscheidungen; sie bestätigen weder künftige Auftragseingänge noch das Erreichen der Unternehmensprognose.
Vorstand Dr. Klaus Fiedler kaufte am 30. September LPKF-Aktien für 49.640,00 EUR. Vorstand Peter Mümmler erwarb am selben Tag Aktien für 14.700,00 EUR.
Für die operative Einordnung kommt es dagegen auf die Geschäftsentwicklung an. Positive Analystenurteile und Vorstandskäufe können die gesenkte Planung nicht aufheben.
Der nächste angekündigte Finanztermin ist die Veröffentlichung des Neunmonats-Finanzberichts 2026 am 29. Oktober 2026. Er bietet den nächsten festen Berichtsanlass, um die operative Lage von LPKF gegenüber den optimistischen Anlageurteilen einzuordnen.
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