Lonza, Aktie

Lonza Aktie: 500-Millionen-Franken-Rückkauf geplant

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 03:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lonza steigert Umsatz und Marge im ersten Halbjahr deutlich, erhöht die Jahresziele und plant nach dem Verkauf der CHI-Sparte ein Rückkaufprogramm über 500 Millionen Franken.

Lonza hebt Margenprognose an und kündigt Aktienrückkauf an
Abstrakte Darstellung von Kapitalallokation und finanziellem Wachstum in einer modernen, professionellen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Lonza hat die Prognose für die operative Marge des laufenden Geschäftsjahres nach oben korrigiert. Der Basler Pharma- und Biotech-Zulieferer meldete am 22. Juli starke Zahlen für das erste Halbjahr 2026 und nutzte den Schwung, um seine Ziele für das Gesamtjahr anzuheben. Der währungsbereinigte Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken. Die Kern-EBITDA-Marge kletterte auf 34,8 Prozent, nach 30,4 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Umbau des Portfolios treibt Profitabilität

Die Zahlen fallen in eine Phase, in der Lonza sein Geschäft neu ausrichtet. Bereits im März hatte das Unternehmen eine definitive Vereinbarung zum Verkauf der Sparte Capsules & Health Ingredients an Lone Star Funds unterzeichnet, zu einem Unternehmenswert von 2,3 Milliarden Franken. In den im Juni veröffentlichten angepassten Finanzkennzahlen für das erste Halbjahr 2025 wies Lonza die Sparte wegen des laufenden Verkaufsprozesses erstmals als nicht fortgeführte Aktivität aus. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

An den Verkauf koppelt Lonza eine Kapitalrückführung: Parallel zur Anhebung der Margenprognose kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Franken an. Die Durchführung soll unmittelbar nach dem Abschluss des CHI-Verkaufs starten. Für Anleger bedeutet das einen doppelten Effekt – ein schlankeres, margenstärkeres Kerngeschäft und zusätzlich eine direkte Ausschüttung an die Aktionäre über den Rückkauf.

Investitionen in Visp und neue Biopharma-Kooperation

Auch operativ baut Lonza seine Position im Wachstumsfeld der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate aus. Mitte Juli gab das Unternehmen eine Investition am Standort Visp in der Schweiz bekannt, mit der die Kapazitäten für hochpotente Wirkstoffe und sogenannte Payload-Linker erweitert werden. Ziel ist es, die steigende Nachfrage nach ADC-Wirkstoffen zu bedienen – einem der derzeit am stärksten wachsenden Segmente der Biopharma-Branche.

Anfang Juli erweiterte Lonza zudem eine strategische Zusammenarbeit mit einem führenden US-Biopharma-Unternehmen. Die Vereinbarung umfasst die kommerzielle Produktion zweier zusätzlicher Biologika-Programme, mit Optionen auf weitere Ausbaustufen. Solche Vertragserweiterungen mit Bestandskunden gelten in der Auftragsfertigung als besonders werthaltig, weil sie auf bereits laufenden Produktionsbeziehungen aufbauen und die Kapazitätsauslastung über mehrere Jahre absichern.

Auf der klinischen Seite berichtete Behnam Ahmadian Baghbaderani, bei Lonza Global Head Commercial & Program Management, Ende Juli in einem Fachinterview von einer Entspannung bei den Finanzierungsherausforderungen für Entwickler von Zelltherapien. Das stütze nach seiner Einschätzung die klinische Pipeline der Kunden – ein Faktor, der mittelfristig auch die Auftragslage von Lonza als Zulieferer beeinflussen dürfte.

Kurs nahe am Jahreshoch, Dividendenerwartung steigt

An der Börse hat sich das operative Momentum in einer robusten Kursentwicklung niedergeschlagen. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 599,00 Euro und liegt damit nur 5,85 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 28. Januar. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 555,14 Euro besteht ein Abstand von 7,90 Prozent nach oben, was auf einen intakten kurzfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 41,98 Milliarden Euro.

Für die Ausschüttungspolitik zeichnet sich ebenfalls mehr Spielraum ab. Konsensschätzungen von Analysten sahen Anfang August für das Geschäftsjahr 2026 eine Dividende von 5,59 Franken je Aktie vor – eine Steigerung gegenüber der Vorjahresausschüttung von 5,00 Franken. Zusammen mit dem angekündigten Rückkaufprogramm und dem erwarteten Mittelzufluss aus dem CHI-Verkauf verdichten sich damit die Signale, dass Lonza seinen Aktionären in den kommenden Quartalen einen größeren Teil der operativen Verbesserung zurückgeben will.

Auf der Führungsebene hat Lonza zuletzt für Kontinuität gesorgt: Die Generalversammlung im Mai bestätigte Jean-Marc Huët als Verwaltungsratspräsidenten und wählte mit Claudia Süssmuth-Dyckerhoff, Sami Atiya und Stephen Fry drei neue Mitglieder in das Gremium. Im Juni übernahm Hans Trees die neu geschaffene Position des Global Head of Communications. Die Kombination aus Portfoliobereinigung, Kapazitätsausbau in Zukunftsfeldern wie ADC und einer gestärkten Kapitalrückführung bildet damit das Fundament, auf dem Lonza seine angehobene Jahresprognose stützt.

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