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London Stock Exchange Aktie: Prognose rauf, Milliardenzukauf

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem Umsatzplus im dritten Quartal hebt LSEG die Jahresziele an und plant den Octus-Kauf für 3,535 Milliarden Dollar.
Schwarzweiß-Reportage zeigt Finanzprofis im Londoner Geschäftsviertel, passend zu London Stock Exchange Group, ISIN GB00B0SWJX34 Illustration mit AI erstellt.

LSEG hebt zum zweiten Mal in diesem Jahr die Ziele an und kauft gleichzeitig den Kreditdatenanbieter Octus. Die Anleger honorieren das Paket mit Kursgewinnen von zeitweise rund 2 bis 3 Prozent. Damit zählt die Aktie zu den stärksten Werten im FTSE 100, der insgesamt schwächer tendiert.

Höhere Ziele nach starkem dritten Quartal

Das Umsatzwachstum soll 2026 bei mindestens 8 Prozent liegen, bisher peilte der Konzern 7,0 bis 7,5 Prozent an. Im dritten Quartal stieg das Gesamteinkommen ohne Erstattungen auf 2,407 Milliarden Pfund, organisch und währungsbereinigt ein Plus von 8,8 Prozent. Das Handelsgeschäft wuchs um 12,5 Prozent, die Abonnementsparten beschleunigten auf 6,6 Prozent.

Auch bei der Profitabilität legt LSEG nach. Die EBITDA-Marge soll um 100 bis 120 Basispunkte steigen, der Free Cashflow auf mindestens 2,8 Milliarden Pfund klettern.

Als Treiber nennt das Management die wachsende Nutzung seiner KI-Produkte. Nach Unternehmensangaben setzen 95 Prozent der 200 größten Kunden diese bereits ein. CEO David Schwimmer rechnet mit dem stärksten Jahreswachstum seit 2018.

Octus: Einstieg in private Kreditmärkte

Für 3,535 Milliarden Dollar in bar übernimmt LSEG den New Yorker Anbieter, Verkäufer ist die Beteiligungsgesellschaft Permira. Octus liefert Daten und Analysen zu privaten, illiquiden und notleidenden Krediten. Für 2026 erwartet das Unternehmen mehr als 300 Millionen Dollar Umsatz bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 40 Prozent.

Finanziert wird der Kauf über externe Schulden. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie soll er im ersten vollen Jahr neutral wirken und danach positiv. Den Abschluss peilt LSEG für das erste Halbjahr 2027 an. Octus-Gründer Kent Collier führt das Geschäft weiter, es wird Teil der Sparte Data & Analytics.

Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm. In diesem Jahr flossen bereits 2,6 Milliarden Pfund an die Aktionäre zurück, für 2027 ist Spielraum für weitere 1,0 bis 1,5 Milliarden Pfund vorhanden.

Analysten wollen Belege sehen

UBS bestätigt die Kaufempfehlung und belässt das Kursziel bei 11.700 Pence. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 90 Pfund. Die Bank gibt allerdings zu bedenken, dass das Update nur Umsatzzahlen enthalte. Den Gewinnbeitrag aus KI sehen die Analysten kurzfristig als begrenzt und nennen LSEG eine „Show-me"-Story: Der Markt wolle konkrete Belege statt weiterer Zusicherungen.

Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich erst mit den Jahreszahlen. Bis dahin muss LSEG zeigen, dass die Octus-Integration im geplanten Zeitrahmen bis zum ersten Halbjahr 2027 vorankommt.

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