Lockheed Martin Aktie: Vier Aufträge, ein Muster
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 16:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kleinteilig, aber symptomatisch: Lockheed Martin hat sich vier neue Verteidigungsaufträge im Gesamtvolumen von rund 153,5 Millionen US-Dollar gesichert. Einzeln betrachtet wirken die Summen überschaubar. In der Summe zeigen sie, wie breit das Auftragsnetz des Rüstungskonzerns inzwischen gespannt ist.
Die Fort-Worth-Division in Texas erhielt einen Vertrag über 31,3 Millionen US-Dollar für technische Unterstützungsleistungen, die bis Ende Juni 2029 laufen und Länder von Argentinien bis zur Türkei betreffen. Die Sparte Rotary and Mission Systems in Orlando sicherte sich einen Auftrag über 24,2 Millionen US-Dollar für Trainingsunterstützung des Air Force Special Operations Command.
Größter Einzelposten ist eine Modifikation der Baltimore-Division über 73,9 Millionen US-Dollar für Radar-Störsysteme, die für saudi-arabische Kriegsschiffe bestimmt sind und größtenteils in Madrid gefertigt werden. Abgerundet wird das Paket durch eine Modifikation über 24,1 Millionen US-Dollar für F-35-Retrofits.
Rekord-Auftragsbestand als Rückgrat
Diese Verträge treffen auf einen Konzern, der ohnehin gut gefüllte Bücher hat. Zum 28. Juni 2026 stand ein Auftragsbestand von 230,4 Milliarden US-Dollar zu Buche, nach 193,6 Milliarden US-Dollar zum Jahresende 2025. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 11 Prozent auf rund 20,1 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn lag bei etwa 1,8 Milliarden US-Dollar. Die Jahresprognose wurde angehoben, der Umsatz soll nun zwischen 79,75 und 81,75 Milliarden US-Dollar liegen.
Getragen wird dieses Wachstum unter anderem von einem mehrjährigen THAAD-Vertrag mit der Missile Defense Agency über 35 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu investiert Lockheed Martin 50 Millionen US-Dollar in den Ausbau maritimer Drohnentechnologie mit dem Hersteller Saildrone — die unbemannte Surveyor soll künftig erstmals mit Raketen ausgerüstet werden. Das Feld reicht damit von klassischer Luftfahrt über Raketenabwehr bis zu autonomen Überwasserfahrzeugen.
Am Kapitalmarkt bleibt die Stimmung verhalten positiv. Citi bestätigte am 14. August die Einstufung "Buy" und hob das Kursziel von 641 auf 691 US-Dollar an. Der Analystenkonsens aus 14 Stimmen liegt bei einem mittleren Kursziel von 622,62 US-Dollar, die Spanne reicht von 503 bis 700 US-Dollar.
Auffällig ist, dass die gute Stimmung bei Lockheed Martin nicht auf europäische Rüstungswerte durchschlägt. Während die Lockheed-Aktie an der NYSE vorbörslich leicht zulegte, zeigten sich Rheinmetall, RENK, HENSOLDT und TKMS am selben Handelstag uneinheitlich bis schwächer. Die Auftragsflut aus Washington bleibt damit vorerst ein US-Thema.
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