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Lockheed Martin Aktie: Bauteile verschwinden in Hongkong

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 18:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Australien, die USA und Lockheed Martin untersuchen die Umleitung zweier F-35-Komponenten; Ursache und Folgen sind noch ungeklärt.

Rüstungswerk mit Hangar, Radarturm und unmarkiertem Kampfjet in der Abenddämmerung
Fotorealistische Werksanlage von Lockheed Martin (ISIN US5398301094) mit Hangar und unmarkiertem Tarnkappenjet bei Dämmerung Illustration mit AI erstellt.

Ein Frachtstück auf dem Weg von Australien in die USA nimmt einen unerklärlichen Umweg über Hongkong — und landet offenbar in den Händen chinesischer Behörden. Betroffen sind Teile des F-35-Kampfjets, jenes Tarnkappenflugzeugs, das Lockheed Martin baut und dessen Verkauf Washington nur engsten Verbündeten gestattet.

Cockpit-Haube und Waffenschachttür auf Abwegen

Der Paketdienst UPS transportierte Ende Mai eine Cockpit-Haube sowie eine Waffenschachttür des F-35 in Richtung USA, als die Sendung nach Hongkong umgeleitet wurde. Beide Bauteile sind mit radarabsorbierendem Material beschichtet — jener Technologie, die dem Jet seine Tarnkappeneigenschaften verleiht. Warum die Fracht ihren vorgesehenen Weg verließ, ist bislang unklar.

Australiens Verteidigungsminister Richard Marles bestätigte, dass sein Land von dem Vorfall wisse und gemeinsam mit den USA sowie Lockheed Martin an der Aufklärung arbeite. Nach seinem Kenntnisstand seien keine hochsensiblen Teile in der vermissten Sendung gewesen. Lockheed Martin selbst äußerte sich auf Anfragen bislang nicht.

Der Vorfall reiht sich in eine längere Geschichte chinesischer Spionageversuche rund um F-35-Technologie ein — US-Staatsanwälte dokumentierten entsprechende Fälle bereits 2024. Besonders brisant wird das Thema durch einen erst vergangene Woche genehmigten Verkauf von F-35-Jets im Wert von 24 Milliarden Dollar an Saudi-Arabien.

Kongressabgeordneter Raja Krishnamoorthi warnte, die US-Geheimdienste sähen dadurch die "Kronjuwelen" amerikanischer Militärtechnologie in Reichweite der chinesischen Führung.

Ein Programm mit vielen Augen darauf

Der F-35 ist längst kein rein amerikanisches Projekt mehr. Australien, Belgien, Japan, Kanada und Singapur zählen zu den Nutzerländern, zusätzlich kam die Maschine während des Iran-Konflikts zum Einsatz — ein Jet erlitt dabei nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums Beschädigungen durch feindliches Feuer.

Die Historie zeigt, wie heikel der Umgang mit der Technologie ist: 2019 schloss Washington die Türkei aus dem Programm aus, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 erworben hatte — aus Sorge, Moskau könnte darüber Erkenntnisse über die Fähigkeiten des Jets gewinnen.

Für Lockheed Martin bleibt die Untersuchung des Hongkong-Vorfalls vorerst offen. Weder das Unternehmen noch der Paketdienst UPS oder das Pentagon haben bislang Details zur Herkunft der Umleitung oder möglichen Konsequenzen genannt.

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