LKQ, Aktie

LKQ Aktie: Chefwechsel nach Europa-Einbruch

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Teilehändler meldet vorläufige Quartalswerte mit Verlust, zieht die Jahresprognose zurück und wechselt die Unternehmensführung.
Bauhaus-Poster mit geometrischen Formen steht für LKQ Corporation, ISIN US5018892084, den Automobilzulieferer für Ersatzteile Illustration mit AI erstellt.

Gleich drei Nachrichten auf einmal: LKQ hat vorläufige Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, die Jahresprognose kassiert und den Vorstandschef ausgetauscht. Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um rund 13 Prozent. Bereits vor der Meldung notierte das Papier nahe seinem 52-Wochen-Tief.

Europa reißt das Quartal nach unten

Der Umsatz sank auf 3,32 Milliarden Dollar, nach 3,50 Milliarden im Vorjahresquartal. Unter dem Strich steht ein Verlust von 16 bis 32 Millionen Dollar, vor einem Jahr waren es noch 178 Millionen Dollar Gewinn.

Darin stecken 111 Millionen Dollar an nicht zahlungswirksamen Abschreibungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,47 bis 0,53 Dollar, nach 0,84 Dollar im Vorjahr.

Als Hauptursache nennt das Unternehmen die Sparte Europa. Probleme bei der Einführung des neuen ERP-Systems in Deutschland störten die Abläufe, hinzu kamen Mengenrückgänge in Großbritannien und den Benelux-Ländern. Der organische Umsatz im europäischen Teile- und Servicegeschäft sank um 9,8 Prozent. Die EBITDA-Marge der Region fiel auf 4,1 bis 5,1 Prozent, nach 10,0 Prozent im Vorjahr — sie halbierte sich damit nahezu.

Nordamerika lief nach Unternehmensangaben im Plan, trotz eines schwächeren Marktes. Die Sparte Specialty blieb leicht unter den Erwartungen.

Neuer Chef, externe Berater

Justin Jude verlässt LKQ mit sofortiger Wirkung. Nachfolger wird Salvatore Abbate, der zum 15. Dezember antritt. Er führte zuvor den Papierdistributor Veritiv, dessen Aktienkurs unter ihm um mehr als das Dreizehnfache stieg, bis zum Verkauf an Clayton, Dubilier & Rice 2023. Bis zu seinem Amtsantritt führen Aufsichtsratschef John Mendel und die Prüfungsausschuss-Vorsitzende Sue Gove das Unternehmen gemeinsam.

Auch Europa-Chef Andy Hamilton geht sofort. Der Verwaltungsrat holte zudem die Beratung Alvarez & Marsal an Bord. Sie soll zunächst Kundenservice und Abläufe stabilisieren und die Kostendisziplin in der Region stärken. Die Maßnahmen gehören zur laufenden Prüfung strategischer Alternativen, über die LKQ bei Bedarf weiter informieren will.

Die Jahresprognose, zuletzt Ende Juli angepasst, nimmt das Unternehmen komplett zurück. Marktbeobachter dürften den Schritt auch als Zeichen werten, wie unsicher die Lage in Europa derzeit ist. Dass ein Hedgefonds-ähnlicher Investor wie Cooke & Bieler seine Position im dritten Quartal um gut 28 Prozent reduzierte, passt ins Bild.

Die vollständigen Zahlen samt Telefonkonferenz folgen am 29. Oktober. Die jetzt genannten Werte sind vorläufig und ungeprüft und können noch abweichen.

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