Lithia Motors Aktie: Gewinn schlägt Prognose
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 18:11 Uhr | Redaktion boerse-global.deLithia & Driveway hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet, die Aktie gab dennoch nach. Der Autohändler zeigt, wie stark die Ergebnisse inzwischen von Aktienrückkäufen und Zusatzgeschäften getragen werden. Das organische Geschäft läuft dagegen holprig.
Gewinn über den Erwartungen
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 9 Prozent auf 10,34 Dollar; Analysten hatten mit 9,70 Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte mit 9,9 Milliarden Dollar einen Rekordwert für ein drittes Quartal.
Beim bereinigten Nettogewinn steht allerdings ein Minus von 5 Prozent zu Buche. Der Gewinn je Aktie profitiert also von der kleineren Aktienzahl. Konzernchef Bryan DeBoer sprach selbst von einem „meaningfully lower share count", der jeden verdienten Dollar verstärke.
Im Quartal kaufte Lithia rund 246.000 eigene Aktien zurück, 8,7 Prozent der ausstehenden Anteile sind es seit Jahresbeginn. Für weitere Rückkäufe stehen etwa 535 Millionen Dollar bereit. Die Quartalsdividende steigt um 7 Prozent auf 0,75 Dollar je Aktie. Die Zahlung ist für den 20. November vorgesehen, Stichtag ist der 6. November.
Gebrauchtwagen und Werkstatt tragen
Der Gewinn je Gebrauchtwagen stieg um 197 Dollar. Das Servicegeschäft erreichte eine Bruttomarge von 59,5 Prozent. Die Finanzsparte Driveway Finance Corporation steigerte ihr Ergebnis um 69 Prozent auf 32,3 Millionen Dollar, bei Rekordneuvergaben von 937 Millionen Dollar.
Schwächer zeigt sich das Neuwagengeschäft. Der Umsatz je Filiale sank um 1,4 Prozent, bei Neuwagen ging er um 2,6 Prozent zurück, weil 2,7 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft wurden. Das Management nannte das vierte Quartal traditionell das schwierigste, wegen Wetter in den Schneegebieten und fehlendem Zulassungsmonat in Großbritannien. Die Nettoverschuldung liegt mit dem 3,1-Fachen des EBITDA noch über dem Zielwert von unter 3,0.
Langfristziel 100 Milliarden Dollar
Parallel stellte das Unternehmen seine Strategie vor. Bis zu 100 Milliarden Dollar Umsatz sollen es langfristig werden, mit 2 Dollar Gewinn je Milliarde Umsatz.
Hebel sind die Finanzsparte, die bei voller Reife 550 bis 600 Millionen Dollar Ergebnis liefern soll, sowie das Cloud-Handelssystem Pinewood.AI. Es soll bis Ende 2028 in den US-Filialen laufen und die Verwaltungskosten senken. Zukäufe sollen jährlich 2 bis 4 Milliarden Dollar Umsatz bringen. Im Oktober kamen vier Hyundai- und Kia-Standorte in Memphis hinzu.
Außerdem übernimmt DeBoer seit dem 19. Oktober zusätzlich den Vorsitz des Verwaltungsrats. Firmengründer-Sohn Sidney DeBoer wird Vizechef des Gremiums.
Die Aktie schloss zuletzt bei 299,53 Dollar und notierte nach der Präsentation bei 294,06 Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 10 spiegelt die Vorsicht gegenüber der Neuwagenschwäche wider. Der nächste Test ist das vierte Quartal, das das Management selbst als saisonal schwach bezeichnet.
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