Liontown Resources Aktie: Vorstand beschließt Kathleen-Valley-Ausbau
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Liontown Resources treibt den Ausbau seines Vorzeigeprojekts Kathleen Valley in Western Australia voran. Der Vorstand des Bergbauunternehmens fällte die finale Investitionsentscheidung für eine Erweiterung im Umfang von 389 Millionen AUD. Durch das Vorhaben soll die Verarbeitungsmenge von 2,8 Millionen auf 4,2 Millionen Tonnen Erz pro Jahr angehoben werden.
Am Markt herrscht dennoch Zurückhaltung: Im vorbörslichen Handel verliert das Papier heute 14 Prozent auf 0,4945 Euro.
Produktionssprung ab Ende des Jahrzehnts
Mit dem Ausbau strebt Liontown eine erhebliche Steigerung der Ausbeute an. Ab dem Geschäftsjahr 2030 soll die Produktion von Spodumenkonzentrat im Fünfjahresmittel rund 780.000 Tonnen jährlich erreichen. Im Geschäftsjahr 2034 wird in der Spitze eine Konzentratmenge von mehr als 800.000 Tonnen anvisiert.
Erste zusätzliche Mengen sollen bereits im Geschäftsjahr 2028 fließen, während der Abschluss der Bauarbeiten bis zum Ende des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2029 geplant ist.
Das Produktionsinventar stützt sich dabei zu 6 Prozent auf nachgewiesene und zu 72,5 Prozent auf wahrscheinliche Erzreserven. Hinzu kommen 21,5 Prozent abgeleitete Ressourcen, die 18,7 Millionen Tonnen Erz mit einem Gehalt von 1,24 Prozent Lithiumoxid umfassen.
Die kurzfristigen Förderziele bleiben von der Entscheidung unberührt. Für das Geschäftsjahr 2027 hält das Management an der Prognose von 390.000 bis 440.000 Tonnen Spodumenkonzentrat fest.
Höhere Investitionen belasten die Bilanz
Die Finanzierung der 389 Millionen AUD teuren Erweiterung soll aus den vorhandenen Barmitteln und dem laufenden operativen Cashflow gestemmt werden. Zum Ende des Monats Juni 2026 wies das Unternehmen liquide Mittel in Höhe von 561 Millionen AUD aus. Eine Kapitalerhöhung über neue Aktien ist nach Unternehmensangaben nicht vorgesehen.
Gleichzeitig steigen die prognostizierten Kapitalausgaben für das Geschäftsjahr 2027 deutlich auf eine Spanne von 435 bis 495 Millionen AUD. Erst rund 2,5 Jahre nach dem für 2029 geplanten Bauende rechnet der Konzern auf Basis der Konsenspreise vom September 2026 mit einer Amortisation des investierten Kapitals.
Für die zusätzlichen Produktionsmengen bestehen derzeit noch keine langfristigen Abnahmeverträge. Liontown plant, das künftige Konzentrat über den Spotmarkt zu veräußern oder neue Abnehmer zu binden.
Bell Potter senkt Kursziel
Auf Analystenseite sorgten die angehobenen Ausgabenpläne für Anpassungen bei den Gewinnschätzungen. Das Analysehaus Bell Potter bekräftigte heute seine Kaufempfehlung für die Aktie, reduzierte das Kursziel jedoch von 1,90 auf 1,70 AUD. Hintergrund sind geringere Ergebnisschätzungen je Aktie für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029, die aus den gestiegenen Investitionsausgaben resultieren.
Vor dem Hintergrund schwankender Rohstoffmärkte fordert der kapitalintensive Ausbau von den Aktionären Geduld. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 46 Prozent. Ob der strategische Kapazitätsausbau die erhofften Erträge liefert, hängt maßgeblich von den künftigen Preisen für Spodumenkonzentrat ab.
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