LION E-Mobility Aktie: Lieferzeiten verdoppeln sich auf zwölf Wochen
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der heutige Handelstag bringt die Aktionäre von LION E-Mobility unter Druck. Die Aktie verzeichnet am Freitag einen Rückgang von 7,6 Prozent und notiert bei 1,83 Euro. Hintergrund der negativen Kursentwicklung ist Medienberichten zufolge eine deutliche Verschärfung der geopolitischen Lage im Nahen Osten.
Der sogenannte Iran-Krieg sorgt für massive Einschränkungen der weltweiten Frachtkapazitäten, was sich unmittelbar auf die Logistikketten des Batterieherstellers auswirkt.
Lieferengpässe gefährden Produktionshochlauf
Besonders kritisch wird dieser Logistik-Engpass gesehen, da er den geplanten Hochlauf der neuen NMC+-Batteriepacks belasten könnte. Berichten von NuWays Research zufolge haben sich die Lieferzeiten für Batteriezellen aufgrund eingeschränkter Frachtkapazitäten von sechs auf zwölf Wochen verdoppelt. Diese Verzögerungen treffen das Unternehmen in einer sensiblen Phase der operativen Neuausrichtung.
Erst am 12. August hatte die Tochtergesellschaft LION Smart GmbH die planmäßige Wiederaufnahme der Produktion und die Auslieferung der ersten Hochleistungs-Batteriepacks auf NMC+-Basis gemeldet. Die Fertigungslinien am Standort waren zuvor im zweiten Quartal für zwei Monate geschlossen worden, um die technische Umstellung der Linien auf die neue Technologie zu realisieren.
Bestätigte Jahresprognose trotz schwachem Halbjahr
Die Umstellungsphase spiegelte sich deutlich in den vorläufigen Konzernzahlen für das erste Halbjahr 2026 wider, die das Unternehmen am 12. August veröffentlichte. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 10,4 Millionen Euro auf 6,9 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging infolge der zweimonatigen Werksschließung auf 0,1 Millionen Euro zurück.
Trotz dieser rückläufigen Zahlen hält das Management an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. LION E-Mobility erwartet weiterhin einen Umsatz von über 35 Millionen Euro sowie ein deutlich positives EBITDA. Der Großteil dieses Umsatzes soll planmäßig durch den Produktionshochlauf im vierten Quartal generiert werden.
Die Analysten von NuWays bestätigten am 14. August ihre Kaufempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 2,80 Euro und bezeichneten das abgelaufene zweite Quartal als klassisches Übergangsquartal.
Fortschritte bei Großspeicherprojekten
Abseits der fahrzeuggebundenen Batterietechnik meldete das Unternehmen Fortschritte bei seinen Infrastrukturprojekten. Am 12. August wurde der Abschluss der ersten Bauphase des Großspeicherprojekts BESS (Battery Energy Storage System) im brandenburgischen Finsterwalde bekannt gegeben. Die Anlage verfügt aktuell über eine Kapazität von 20 MWh und eine Leistung von 5 MW.
Eine Erweiterung der Kapazität auf 40 MWh ist für den Beginn des Jahres 2027 geplant. Das Projekt wird in einer Kooperation betrieben, die im Juli mit der Renoc Alternative Energien GmbH und den Stadtwerken Finsterwalde begründet wurde.
Trotz der aktuellen kursmäßigen Belastungen durch externe Faktoren weist die Aktie im bisherigen Jahresverlauf eine starke Bilanz auf. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 92 Prozent. Die Marktteilnehmer beobachten nun genau, ob die Logistikketten für die Zellbelieferung stabilisiert werden können, um das wichtige vierte Quartal nicht zu gefährden.
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