Linde, Aktie

Linde Aktie: 1,8 Milliarden für Halbleiter-Anlagen

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 12:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Linde meldet Rekordaufträge und erhöht die Jahresprognose. Milliarden fließen in Chip-Zulieferung, während eine Klage der Deutschen Bank droht.

Linde: Milliardeninvestitionen in Halbleiter-Markt und angehobene Gewinnprognose
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage für Halbleiterfertigung mit präziser technischer Ästhetik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Industriegase-Konzern Linde verstärkt seine Präsenz im wachstumsstarken Halbleitermarkt durch milliardenschwere Investitionsprojekte. Während das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr anhebt und Rekordauftragsbestände verzeichnet, rücken gleichzeitig ein Rechtsstreit mit der Deutschen Bank sowie angepasste Kursziele der Analysten in den Fokus der Anleger.

Rekordaufträge und Milliardeninvestitionen in Halbleiter-Clustern

Linde hat im zweiten Quartal 2026 eine solide Geschäftsentwicklung präsentiert. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 % auf 9,29 Milliarden US-Dollar. Dabei profitierte der Konzern insbesondere von einer starken Nachfrage im Bereich der Industrie- und Spezialgase.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie kletterte um 10 % auf 4,50 US-Dollar. Parallel zu den Zahlen vermeldete die Unternehmensführung einen neuen Rekord beim Auftragsbestand für Gaslieferprojekte, der zum 30. Juni 2026 ein Volumen von 8,1 Milliarden US-Dollar erreichte.

Ein Schwerpunkt der künftigen Wachstumsstrategie liegt auf der Versorgung der Chipindustrie. In Phoenix, Arizona, plant Linde eine Investition von rund einer Milliarde US-Dollar, um die Anlagen im Rahmen einer langfristigen Vereinbarung mit einem bedeutenden Halbleiterhersteller zu erweitern.

Eine ähnliche Stoßrichtung verfolgt das Joint Venture Linde LienHwa in Taiwan. Dort sollen etwa 800 Millionen US-Dollar investiert werden, um neue Anlagen für die Fertigung und fortschrittliche Verpackung von Halbleitern mit Industriegasen zu beliefern.

Aufgrund der positiven operativen Dynamik hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Erwartet wird nun ein bereinigter Gewinn pro Aktie in einer Spanne von 17,70 bis 17,90 US-Dollar, was einem Zuwachs von 8 % bis 9 % gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde.

Rechtsstreit und interne Aktienverkäufe

Trotz der positiven operativen Nachrichten sieht sich der Konzern mit juristischen Herausforderungen konfrontiert. Medienberichten zufolge reichte die Deutsche Bank am Freitag eine Klage gegen Linde ein. Das Geldhaus fordert rund 260 Millionen Euro Schadensersatz im Zusammenhang mit Verlusten durch russische Vermögensbeschlagnahmungen, die infolge der EU-Sanktionen auftraten.

Zudem gab es Bewegungen im Kreis der Unternehmensführung. Laut Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC veräußerte Robert Wood, ein Mitglied des Verwaltungsrats, am vergangenen Donnerstag insgesamt 5.108 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 509,00 US-Dollar.

Für die Aktionäre bleibt die Dividendenpolitik jedoch stabil: Das Unternehmen deklarierte am 4. August eine Quartalsdividende von 1,60 US-Dollar je Aktie, die am 17. September ausgezahlt werden soll.

Analysten reagieren auf Margendruck

In den vergangenen Tagen haben mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen aktualisiert. Gestern passte Evercore ISI das Kursziel für die Linde-Aktie geringfügig von 525 auf 515 US-Dollar an, behielt jedoch die Einstufung „Outperform“ bei.

Bereits am Montag senkte BMO Capital Markets das Ziel von 560 auf 546 US-Dollar. Die Experten verwiesen dabei auf Herausforderungen bei den Margen in der Gesundheitsparte Lincare, stuften das Papier aber weiterhin als „Outperform“ ein.

Die Stimmung unter den Experten bleibt mehrheitlich konstruktiv. Häuser wie Goldman Sachs, Berenberg und UBS bekräftigten in den ersten Augusttagen ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 550 und 612 US-Dollar. Kritischer äußerte sich die DZ Bank, die ihre Einstufung am vergangenen Donnerstag auf „Halten“ belassen hat.

An der Börse zeigte sich das Papier heute stabil und notiert bei 425,00 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,14 % entspricht. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert eine positive Entwicklung von 17,40 %. Aktuell liegt der Kurs jedoch rund 11,42 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 3. Juli bei 479,80 Euro markiert wurde. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 159,97 Milliarden Euro.

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