Ligand Aktie: Neuer Baustein im Royalty-Portfolio
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 15:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ligand Pharmaceuticals baut sein Geschäftsmodell als Lizenzgeber weiter aus. Der Nasdaq-Konzern hat sich für 23 Millionen Dollar eine Tantiemen- und Meilenstein-Beteiligung an Ryjunea gesichert, einem Augentropfen gegen fortschreitende Kurzsichtigkeit bei Kindern. Verkäufer ist Sydnexis, das die Rechte für die Zulassungsregion Europa, Naher Osten und Afrika ursprünglich an den japanischen Augenheilkunde-Spezialisten Santen lizenziert hatte.
Ryjunea ist nach eigenen Angaben von Ligand das erste und einzige pharmakologische Mittel, das von der Europäischen Kommission und der britischen Arzneimittelbehörde MHRA zur Verlangsamung der Myopie-Progression bei Kindern zugelassen wurde.
Die einmal nächtlich angewendeten Tropfen mit niedrig dosiertem Atropin richten sich an Patienten zwischen drei und 14 Jahren. Santen hat das Thema Myopie als strategisches Wachstumsfeld definiert — laut Unternehmensangaben sollen bis 2050 rund ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Europa betroffen sein.
Tantiemen statt eigenes Risiko
Der Deal folgt dem bekannten Muster von Ligand: Statt selbst zu entwickeln oder zu vermarkten, kauft das Unternehmen sich in bestehende Lizenzverträge ein.
Für die Ryjunea-Rechte in der EMEA-Region erhält Ligand eine gestaffelte Royalty im niedrigen bis hohen zweistelligen Prozentbereich auf die Nettoumsätze, dazu kommen mögliche Meilensteinzahlungen. Sydnexis behält die kommerziellen Rechte für die USA und alle übrigen Märkte außerhalb der Santen-Lizenz.
Damit reiht sich Ryjunea in ein Portfolio ein, das nach Unternehmensangaben bereits wirtschaftliche Beteiligungen an mehr als 200 Entwicklungs- und Marktprodukten umfasst. Das Prinzip dahinter: planbare, wiederkehrende Erlösströme über viele Therapiegebiete hinweg, ohne die Kosten und Risiken einer eigenen Produktentwicklung zu tragen.
Parallel zeigt sich das Beteiligungsnetzwerk von Ligand auch abseits der eigenen Bilanz aktiv. Der Biotech-Zulieferer Primrose Bio, an dem Ligand als bestehender Investor beteiligt ist, hat eine neue Wachstumsfinanzierung unter Führung von Signet Healthcare Partners abgeschlossen.
Primrose entwickelt Produktionsplattformen für Biologika und mRNA-Wirkstoffe, die unter anderem von Merck und dem Serum Institute of India in zugelassenen Produkten eingesetzt werden.
Für Ligand selbst bleibt der Ryjunea-Zukauf zunächst ein überschaubarer, aber strategisch passender Baustein. Ob sich das Engagement finanziell auszahlt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Santen die Vermarktung in den europäischen Kernmärkten hochfährt.
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