LexinFintech, Aktie

LexinFintech Aktie: Gewinn bricht um 80 Prozent ein

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 03:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
LexinFintech meldete für das zweite Quartal 2026 80,2 Prozent weniger Gewinn und erwartet im Folgequartal möglicherweise einen Nettoverlust.
Abstrakte Darstellung eines Finanzmarktes mit düsterer Beleuchtung und fallenden Kurstendenzen. Illustration mit AI erstellt.

Das chinesische Fintech-Unternehmen LexinFintech hat gestern enttäuschende Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und die Anleger mit einem düsteren Ausblick verschreckt. Neben einem massiven Einbruch des Nettogewinns kündigte das Management eine grundlegende Änderung der Dividendenpolitik an. Die Sorge vor einer anhaltenden Liquiditätsverknappung belastete den Aktienkurs im gestrigen Handel erheblich.

Massiver Gewinnrückgang und trübe Aussichten

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verzeichnete LexinFintech einen deutlichen Rückgang der operativen Kennzahlen. Wie das Unternehmen mitteilte, sank der Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,2 Prozent auf 3,19 Milliarden RMB.

Noch schwerwiegender traf es das Nettoergebnis: Der Gewinn brach um 80,2 Prozent auf nur noch 101 Millionen RMB ein. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 entsprach dies nahezu einer Halbierung des Überschusses.

Besorgnis löste am Markt vor allem die Prognose für das laufende dritte Quartal aus. Infolge einer sich verschärfenden Finanzierungslage und rückläufiger Kreditvergaben rechnet die Unternehmensführung mit einem möglichen Nettoverlust.

Das Transaktionsvolumen im zweiten Quartal belief sich auf 55,4 Milliarden RMB, was einem leichten Rückgang von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Der Bestand an ausstehenden Krediten verringerte sich zum Stichtag um 11,4 Prozent auf 93,7 Milliarden RMB.

Strategische Neuausrichtung und Kosteneffizienz durch KI

Trotz der schwachen Finanzzahlen hob das Management Fortschritte bei der Transformation des Geschäftsmodells hervor. Erstmals entfielen mehr als 50 Prozent des Transaktionsvolumens auf technologiebasierte Dienstleistungen und szenariobezogene Geschäfte abseits der klassischen Kreditvergabe. Besonders das Segment des Raten-E-Commerce zeigte mit einem Umsatzplus von 60,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr eine starke Dynamik.

Um der schwierigen Marktlage entgegenzuwirken, setzt LexinFintech verstärkt auf Effizienzsteigerungen durch künstliche Intelligenz. Laut Unternehmensangaben befinden sich mittlerweile über 100 KI-Agenten im operativen Einsatz.

Diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass die Betriebskosten im Vergleich zum ersten Quartal um 17,6 Prozent gesenkt werden konnten. Die Basis der registrierten Nutzer wuchs derweil moderat um 7,2 Prozent auf insgesamt 253 Millionen, während die Quote der über 90 Tage überfälligen Kredite bei 3,6 Prozent lag.

Anpassung der Dividendenpolitik belastet den Kurs

Ein wesentlicher Faktor für die negative Kursreaktion war die Entscheidung des Vorstands, die Dividendenpolitik anzupassen. Statt der bisherigen halbjährlichen Ausschüttung wird LexinFintech künftig auf einen jährlichen Prüfzyklus umstellen.

Ab dem Geschäftsjahr 2026 sollen rund 30 Prozent des Nettoergebnisses als Dividende an die Aktionäre fließen. Die erste Zahlung unter diesem neuen Modell wird jedoch erst Anfang 2027 nach Vorlage der vollständigen Jahreszahlen erwartet.

Die Anleger reagierten gestern prompt auf die Kombination aus Gewinnwarnung und geänderter Ausschüttungspraxis. Das Papier verlor im Handel deutlich an Boden und schloss mit einem Minus von 10,17 Prozent bei 1,06 US-Dollar. Damit bewegt sich die Aktie wieder gefährlich nahe auf ihr 52-Wochen-Tief zu, das bei 0,9701 US-Dollar markiert wurde. Angesichts der erwarteten Verluste im nächsten Quartal bleibt die kurzfristige Erholungsperspektive für den Wert vorerst begrenzt.

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