Leonardo, Aktie

Leonardo Aktie: Prognose auf 28,2 Milliarden angehoben

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rüstungskonzern profitiert von Europas Aufrüstung: Auftragsrekord und höhere Prognose für 2026 treiben die Aktie.

Leonardo hebt Jahresziele nach starkem Halbjahr an
Abstrakte Darstellung moderner Luft- und Raumfahrttechnologie mit Fokus auf technischem Wachstum und industrieller Präzision. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der italienische Verteidigungskonzern Leonardo hat nach einem starken ersten Halbjahr seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Das Unternehmen profitiert massiv von der beschleunigten Aufrüstung in Europa und verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge. Die Aktie des Konzerns schloss gestern mit einem Plus von 1,34 Prozent bei 54,60 Euro.

Deutliches Wachstum bei Aufträgen und Ergebnis

In den ersten sechs Monaten des Jahres konnte Leonardo den Wert der neuen Aufträge auf 16,3 Milliarden Euro steigern. Dies entspricht einem Zuwachs von 44,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch ohne die Einbeziehung der jüngsten Übernahme von Iveco Defence Vehicles (IDV) lag das organische Wachstum bei knapp 39 Prozent. Der gesamte Auftragsbestand erreichte zum Ende des zweiten Quartals einen Rekordwert von rund 59 Milliarden Euro, was rechnerisch die Produktion für mehr als zweieinhalb Jahre sichert.

Parallel zum Auftragsvolumen verbesserten sich die operativen Kennzahlen deutlich. Der Umsatz kletterte in der ersten Jahreshälfte um 12,2 Prozent auf rund 10 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisationen (EBITA) stieg um 34,3 Prozent auf 780 Millionen Euro. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 476 Millionen Euro, was einer Steigerung von über 74 Prozent entspricht.

Angesichts dieser Dynamik hob das Management die Ziele für das Gesamtjahr an. Das Unternehmen erwartet nun einen Auftragseingang von 28,2 Milliarden Euro, nachdem zuvor ein Zielwert von 26,2 Milliarden Euro kommuniziert worden war. Das erwartete EBITA wurde von 2,15 Milliarden auf 2,21 Milliarden Euro nach oben korrigiert. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr bleibt bei rund 22,1 Milliarden Euro bestehen.

Fortschritte im Flugzeugbau und strategische Zukäufe

Ein wesentlicher Treiber für die verbesserte Profitabilität war die Entwicklung in der Sparte Aerostructures. Hier gelang es dem Konzern, den Verlust im ersten Halbjahr von zuvor 96 Millionen Euro auf nun 66 Millionen Euro zu verringern. Medienberichten zufolge trugen höhere Produktionsraten bei der Boeing 787 sowie bei ATR-Flugzeugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. So lieferte Leonardo in den ersten sechs Monaten 39 Rumpfsektionen für den Boeing-Dreamliner aus, gegenüber 30 im Vorjahreszeitraum. CFO Giuseppe Aurelio erklärte, dass die Produktionsrate bei der Boeing 787 aktuell bei acht Einheiten pro Monat liegt und bis zum Jahresende auf zehn gesteigert werden soll.

Strategisch setzt CEO Lorenzo Mariani verstärkt auf anorganisches Wachstum und internationale Partnerschaften. Die Integration von IDV, die im März für 1,6 Milliarden Euro abgeschlossen wurde, trug bereits im zweiten Quartal 400 Millionen Euro zum Umsatz bei. Zudem kündigte das Unternehmen weitere Akquisitionen an, darunter den Kauf des US-Unternehmens Raft für 450 Millionen Dollar und die Übernahme von Becrypt im Vereinigten Königreich.

Gleichzeitig prüft Leonardo Optionen für das Lkw-Geschäft von IDV, wobei bereits informelle Gespräche mit Rheinmetall geführt wurden, sich aber auch andere Interessenten gemeldet haben sollen. Im Raumfahrtsektor bereitet das Unternehmen zusammen mit Airbus und Thales die Anmeldung eines Gemeinschaftsunternehmens bei den EU-Wettbewerbsbehörden vor.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Analysten von Websim bewerteten die Ergebnisse des zweiten Quartals als über den Erwartungen liegend. Besonders der deutliche Anstieg der Auftragseingänge und die angehobene Guidance werden positiv hervorgehoben. Das neue Ziel für das operative Ergebnis liege zudem über dem bisherigen Marktkonsens.

Laut Beobachtern von Alphavalue beschleunigt sich das Momentum des Konzerns weiter, wobei die Anhebung der Ziele trotz der starken Zahlen als vorsichtig eingestuft wird. Seit Jahresbeginn konnte die Leonardo-Aktie bereits eine Performance von 11,72 Prozent erzielen. CEO Mariani betonte, dass die größte Herausforderung für das Unternehmen derzeit nicht in der Nachfrage, sondern in der Ausweitung der Produktionskapazitäten bestehe, um die vollen Auftragsbücher zeitnah abzuarbeiten.

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