Leonardo Aktie: MBHS-System feiert Saudi-Debüt
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Leonardo erweitert seine Präsenz im Nahen Osten mit einem Infrastrukturprojekt. Gemeinsam mit den Partnern Mafa und Beltcon übernimmt das Unternehmen die Ausrüstung des neuen Terminals 2 am Flughafen Medina in Saudi-Arabien mit einer automatisierten Gepäckförderanlage. An der Börse legte die Aktie heute leicht um 0,8 Prozent auf 50,60 Euro zu.
Technologiepremiere am Flughafen Medina
Auftraggeber des Vorhabens am Prince Mohammed bin Abdulaziz International Airport ist die Betreibergesellschaft Tibah Airports Operation Company. Das Drehkreuz fertigt gegenwärtig rund acht Millionen Passagiere pro Jahr ab. Leonardo liefert für den Neubau das Kernsystem, bestehend aus der Gepäcksortieranlage MBHS Cross-belt Sorter und dem dazugehörigen Steuerungsrechner zur Sortierzuweisung.
Für das firmeneigene Sortiersystem bedeutet der Vertrag das Debüt im saudi-arabischen Markt, nachdem die Technologie weltweit bereits in mehr als 50 Flughafenprojekten verbaut wurde.
Die Partner Mafa und Beltcon verantworten im Konsortium die Detailplanung, Systemintegration, Fertigung sowie die eigentliche Installation und Inbetriebnahme. Der Zeitplan sieht den Beginn der Montagearbeiten für Januar 2027 vor, die Inbetriebnahme soll im April 2027 erfolgen.
Neuordnung der Zulieferkette im Hubschrauberbau
Parallel zum zivilen Auslandsgeschäft forciert das Unternehmen die Neuausrichtung seiner industriellen Basis im Heimatmarkt. Leonardo verlagert Teile der Fertigung für die Helikoptersparte in die norditalienische Region Piemont zurück. Verbunden ist der Schritt mit Investitionen von rund 20 Millionen Euro in Fertigungsprozesse und lokale Lieferanten.
Dafür wurden drei neue Partnerschaften mit spezialisierten Zulieferern vereinbart: Das Unternehmen Apr liefert künftig Treibstoffpumpen, die Mecaer Aviation Group übernimmt Klima- und Druckluftsysteme, und Tubiflex aus der Interpump-Gruppe stellt Hydraulikpumpen bereit.
Zusammen mit der seit 2025 laufenden Kooperation mit dem Sitzehersteller Sabelt beziffert das Management den generierten industriellen Wert über einen Zeitraum von 30 Jahren auf bis zu 670 Millionen Euro.
Hintergrund dieser Bündelung ist die hohe Beschaffungsintensität der Hubschraubersparte: Der Geschäftsbereich Division Elicotteri bezieht jährlich Komponenten im Wert von rund drei Milliarden Euro, wovon bislang rund 65 Prozent von internationalen Lieferanten stammten.
Solide Bewertung an den Finanzmärkten
Die operative Verbreiterung stützt den Konzern, der an den europäischen Handelsplätzen aktuell mit einer Marktkapitalisierung von 28,69 Milliarden Euro bewertet wird.
Für Anleger zeigt der saudi-arabische Auftrag, dass neben den dominierenden Programmen im Verteidigungssektor auch das Portfolio für zivile Flughafen- und Logistikautomation wieder Auftragschancen in wachsenden Schwellenländern eröffnet.
Der schrittweise Umbau der Hubschrauber-Lieferkette zielt zudem darauf ab, operative Schnittstellen im Kerngeschäft zu straffen und Abhängigkeiten bei Kernkomponenten zu verringern.
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