Leonardo Aktie: Mariani stellt höhere Ziele im März in Aussicht
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 19:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deLeonardo verzeichnet heute eine Kursveränderung von -3,6% im Sog schwacher europäischer Rüstungsaktien. Reuters führt den Branchendruck auf die gesenkten Prognosen von Rheinmetall zurück. Bei Leonardo kommt hinzu: Das Unternehmen hebt ausschließlich seinen Auftragsausblick an. Die Umsatz- und Ergebnisziele bleiben trotz deutlich gestiegener Neunmonatszahlen unverändert.
Höhere Bestellungen, unveränderte Finanzziele
Für 2026 erwartet Leonardo Auftragseingänge von rund 29,5 Milliarden Euro statt bislang 28,2 Milliarden Euro. Damit korrigiert das Unternehmen seine Erwartungen an das Neugeschäft nach oben. Eine entsprechende Anhebung der übrigen Finanzziele bleibt jedoch aus.
Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Ein höherer Auftragseingang stärkt die Geschäftsbasis für die Zukunft. Er bedeutet aber nicht automatisch, dass auch die kurzfristigen Umsatz- und Ergebnisprognosen steigen.
Die Umsatzprognose liegt weiterhin bei 22,1 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, dem EBITA, hält Leonardo an 2,21 Milliarden Euro fest.
Reuters nennt sowohl die begrenzte Prognoseanhebung als auch das schwache Branchenumfeld im Zusammenhang mit den Kursverlusten. Der Rückgang lässt sich damit nicht allein als Reaktion auf Leonardos Geschäftsentwicklung einordnen.
Gewinn wächst stärker als Umsatz
In den ersten neun Monaten 2026 stieg der Umsatz laut Reuters um 14,2 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen meldet damit deutliches Wachstum, ohne daraus höhere Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr abzuleiten.
Beim bereinigten Gewinn fiel die Verbesserung noch ausgeprägter aus. Das unterstreicht den Kontrast zwischen der positiven operativen Entwicklung und der negativen Börsenreaktion.
Der bereinigte Nettogewinn erhöhte sich um 74,2 Prozent auf 812 Millionen Euro. Zugleich erreichte der Auftragsbestand 60,4 Milliarden Euro.
Dieser Bestand bildet einen wichtigen Hintergrund für die Aussagen des Managements zur weiteren Planung. Entscheidend wird dabei nicht nur die Höhe der Bestellungen sein, sondern auch deren Umsetzung in Auslieferungen.
Mariani verweist auf Lieferfähigkeit
Vorstandschef Lorenzo Mariani erklärte Medienberichten zufolge, der Rekordauftragsbestand und die verbesserte Lieferfähigkeit sollten ambitioniertere Ziele im für März erwarteten Industrieplan ermöglichen. Die bewusst begrenzte Anhebung der Auftragsprognose verteidigte er ausdrücklich.
Daneben berichtete das Management laut Reuters von sinkenden Verlusten im Bereich Aerostructures. Die Gespräche über eine seit Langem geplante Partnerschaft liefen weiter. Geopolitische Faktoren beeinflussten den Fortschritt.
Damit stehen für Anleger zwei unterschiedliche Zeithorizonte nebeneinander: Kurzfristig gelten die unveränderten Umsatz- und Ergebnisziele. Für die weitere Planung stellt Mariani dagegen stärkere Ziele in Aussicht – gestützt auf den Auftragsbestand und eine bessere Auslieferungsfähigkeit.
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