Lenzing Aktie: Kurs sinkt auf 14,02 Euro
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 08:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Papiere von Lenzing haben am Freitag um 2,1 Prozent nachgegeben und den Handel bei 14,02 Euro beendet. Der Kursverlust stand im Zeichen der am Donnerstag angekündigten Barkapitalerhöhung.
Mit der Transaktion will der oberösterreichische Faserhersteller seine Bilanz stärken und frische Liquidität sichern. Wichtige Großaktionäre stehen hinter dem Schritt: Sowohl die B&C-Gruppe als auch der brasilianische Großinvestor Suzano und die Oberbank sagten zu, ihre Bezugsrechte vollständig auszuüben. Dennoch dominierten zum Wochenausklang die Bedenken der Anleger über die Konditionen der Emission.
Details der Bezugsrechtsemission
Das Volumen der Maßnahme ist beträchtlich. Das Unternehmen strebt einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro an. Zu diesem Zweck sollen 34.756.362 neue Anteilsscheine ausgegeben werden, wobei der Bezugspreis auf 8,65 Euro je Aktie festgesetzt wurde.
Der festgesetzte Preis liegt spürbar unter dem vorangegangenen Handelsniveau. Für die Altaktionäre bedeutet die Strukturierung, dass sie frisches Kapital nachschießen müssen, wenn sie ihren bisherigen Stimmrechtsanteil an dem Konzern nicht verringern wollen. Die Bezugsfrist soll in der anstehenden Handelswoche starten und den Investoren die Möglichkeit bieten, die neuen Papiere zu beziehen oder ihre Bezugsrechte am Markt zu veräußern.
Abstufung durch Berenberg
Zusätzlicher Verkaufsdruck entstand durch eine skeptische Analystenstimme. Sebastian Bray von Berenberg stufte die Aktie am Freitag von „Buy“ auf „Hold“ herab. Gleichzeitig kürzte das Analysehaus das Kursziel von 29,50 auf 17,00 Euro und senkte die Prognose für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf 55 Millionen Euro.
Bray verwies zur Begründung nicht nur auf die Verwässerungseffekte der Kapitalmaßnahme, sondern auch auf eine abwartende Haltung von Suzano. Zudem hätten sich gestiegene Preise für Viskose und Baumwolle bislang nicht in den Ergebnissen niedergeschlagen. Auf der Ertragsseite belasten weiterhin die allgemeine Kosteninflation sowie Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen das operative Geschäft des Unternehmens.
Fokus auf das dritte Quartal
Nach den jüngsten Kursverlusten richten die Marktteilnehmer ihren Blick nun auf das operative Tagesgeschäft. Als nächster wichtiger Termin steht die Veröffentlichung des Zwischenberichts für das dritte Quartal im Finanzkalender des Konzerns. Anleger erhoffen sich von den anstehenden Quartalszahlen Aufschluss darüber, ob sich die Nachfrage nach Faserprodukten stabilisiert und wie weit die eingeleiteten Sparprogramme greifen.
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