Lenzing, Aktie

Lenzing Aktie: Erstmals ohne Bezugsrecht gehandelt

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berenberg senkte die Empfehlung auf Halten; Lenzing strebt mit einer Bezugsrechtskapitalerhöhung rund 300 Millionen Euro an.

Lenzing-Aktie unter Druck: Berenberg stuft herab, Kapitalerhöhung läuft
Abstrakte Darstellung eines Finanzmarktes mit Fokus auf unternehmerische Kapitalmaßnahmen in professioneller Ästhetik. Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie von Lenzing verzeichnete am Freitag ein Minus von 2,1 Prozent und ging bei 14,02 Euro aus dem Handel. Druck auf die Notierung übten neben dem rechnerischen Bezugsrechtsabschlag vor allem eine Abstufung durch das Analysehaus Berenberg sowie Bedenken von Raiffeisen-Analysten bezüglich der Verwässerung aus. Die Papiere wurden am Freitag erstmals ohne das Bezugsrecht gehandelt.

Die Marktteilnehmer reagierten damit verunsichert auf das Zusammentreffen operativer Herausforderungen und einer umfassenden Rekapitalisierung. Das Zusammenspiel aus technischem Kursabschlag und Zurückhaltung der Investoren prägte das Geschehen zum Wochenausklang.

Berenberg kürzt Kursziel und Prognosen

Berenberg nahm am Freitag die Einstufung für den Faserhersteller von „Kaufen“ auf „Halten“ zurück. Die Analysten begründeten ihren Schritt mit der ausbleibenden Ergebniswirkung höherer Viskose- und Baumwollpreise sowie erwarteten Restrukturierungsrückstellungen.

Die anhaltende operative Schwächephase erhöht die Dringlichkeit, die Bilanz durch frische Mittel zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund setzt das Unternehmen auf eine vollständige Absicherung der laufenden Kapitalmaßnahme, um die finanzielle Handlungsfähigkeit zu sichern.

Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro

Ausgangspunkt der Neuaufstellung ist die am Donnerstag gestartete Bezugsrechtskapitalerhöhung mit einem angestrebten Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro. Für die Ausgabe der neuen Anteile wurde ein Bezugspreis von 8,65 Euro je Aktie festgelegt, bei einem Bezugsverhältnis von 10 zu 9. Die Ausgabe von 34.756.362 neuen Aktien führt rechnerisch zu einer deutlichen Ausweitung der Aktienbasis.

Mit der garantierten Platzierung soll das Fundament gelegt werden, um die Restrukturierung voranzutreiben und den Konzern gegen Marktschwankungen abzusichern.

Zeitplan für Bezugsrechte und Quartalszahlen

Für bestehende Aktionäre beginnt die Frist für den Bezug der neuen Anteilsscheine am Dienstag und läuft bis einschließlich 20. Oktober 2026. Der Handel mit den Bezugsrechten ist bis einschließlich 14. Oktober 2026 vorgesehen. Mehr Klarheit über den operativen Geschäftsverlauf verspricht zudem der 5. November 2026, an dem der Konzern die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorlegen wird.

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