Lenzing Aktie: EBITDA-Marge steigt auf 18,9 Prozent
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 18:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lenzing hat am 5. August seinen Halbjahresbericht vorgelegt – und die Zahlen fallen deutlich besser aus als im Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern stieg auf 35,6 Millionen Euro, nach 15,2 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging dagegen zurück, von 1,34 Milliarden auf rund 1,27 Milliarden Euro. Der Faserhersteller profitiert damit von einer verbesserten Ertragslage, obwohl das Geschäftsvolumen schrumpft.
Das operative Ergebnis stützt dieses Bild: Das EBITDA lag im ersten Halbjahr bei 239,2 Millionen Euro, die EBITDA-Marge erreichte 18,9 Prozent. Auch der freie Cashflow verbesserte sich auf 45,8 Millionen Euro nach 43,1 Millionen Euro im Vorjahr. Für ein Unternehmen, das sich mitten in einem tiefgreifenden Konzernumbau befindet, ist das ein Signal finanzieller Stabilität.
Umbau mit Namen: „Grow Nonwovens, Reset Textiles“
Hinter den verbesserten Zahlen steht eine Strategie, die Lenzing Ende Juli unter dem Leitmotiv „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ verkündet hat. Der Konzern beschleunigt damit seine Neuausrichtung: Das Textilgeschäft wird laut Marktberichten umstrukturiert, während der Bereich Vliesstoffe (Nonwovens) gestärkt werden soll.
Im Zuge dieser Reset-Strategie hat Lenzing zugleich einen Stellenabbau von 2.000 Arbeitsplätzen bis Ende 2030 beschlossen – bei damals rund 7.700 Vollzeitkräften weltweit ein empfindlicher Eingriff in die Personalstruktur.
Diese Transformation ist kostspielig, weshalb Lenzing sie mit einer Kapitalspritze von insgesamt 600 Millionen Euro flankiert. Ein Teil davon, bis zu 300 Millionen Euro, kam bereits vor rund zwei Wochen über eine Kapitalerhöhung von den Aktionären.
Die Hauptaktionäre B&C und Suzano hatten dafür pro rata Zusagen von zusammen bis zu 156,7 Millionen Euro abgegeben, die Oberbank sicherte rund 11,6 Millionen Euro zu. Seither hat sich der Kurs um etwa 2,0 Prozent erholt – ein Hinweis darauf, dass der Markt die frische Bilanzstabilisierung goutiert.
Was die Zahlen für Anleger bedeuten
Die Kombination aus verbessertem Ergebnis und laufendem Umbau lässt die Lenzing-Aktie derzeit mit gemischten Signalen dastehen. Der Titel notiert aktuell bei 23,50 Euro und damit rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 29,75 Euro, das im Juni erreicht wurde.
Zugleich liegt der Kurs gut 21 Prozent über dem Jahrestief von 19,40 Euro aus dem März – die Aktie hat sich von den Tiefstständen also spürbar erholt, ohne die alten Höchststände wieder in Reichweite zu bringen.
Mit einer Marktkapitalisierung von 915,25 Millionen Euro bleibt der Konzern unter der Milliardenschwelle. Für Anleger zählt nun vor allem, ob die verbesserte operative Marge und der positive Cashflow tragfähig sind, während gleichzeitig Werke umstrukturiert und Stellen abgebaut werden. Der Halbjahresbericht liefert dafür zumindest ein erstes positives Signal: Trotz sinkendem Umsatz verdient Lenzing wieder deutlich mehr Geld als im Vorjahr.
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