Lenzing, Aktie

Lenzing Aktie: B&C und Suzano sichern 156,7 Millionen zu

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 02:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Bank erhöht Kursziel für Lenzing auf 22 Euro, hält aber am Hold-Rating fest. Die Kapitalerhöhung über 600 Mio. Euro wird am 25. August entschieden.

Lenzing vor Kapitalspritze: Deutsche Bank hebt Kursziel auf 22 Euro an
Moderne industrielle Textilproduktion mit Fokus auf hochwertige Fasern und strategische Investitionen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Lenzing steuert auf den 25. August zu, wenn die außerordentliche Hauptversammlung über die geplante Kapitalspritze von insgesamt 600 Millionen Euro entscheiden soll. Vor diesem Termin hat die Deutsche Bank ihre Einschätzung zum Faserhersteller nachgeschärft: Die Analysten erhöhten am 6. August ihr Kursziel von 21,00 auf 22,00 Euro, das Rating „Hold“ blieb unverändert.

Die Anhebung fällt vergleichsweise moderat aus und signalisiert vor allem Vorsicht. Anleger, die auf eine deutliche Neubewertung nach den jüngsten Restrukturierungsschritten gehofft hatten, dürften von der Zurückhaltung wenig überrascht sein – das Kursziel liegt weiterhin unterhalb des aktuellen Kursniveaus von 23,15 Euro.

Kapitalerhöhung mit breiter Aktionärsunterstützung

Kern der bevorstehenden Hauptversammlung ist eine Kapitalerhöhung von bis zu 300 Millionen Euro, die einen Teil der insgesamt 600 Millionen Euro schweren Kapitalmaßnahme abdecken soll. Die Großaktionäre B&C-Gruppe und Suzano haben sich bereits verbindlich zur Teilnahme verpflichtet – mit einem Volumen von rund 156,7 Millionen Euro.

Auch die Oberbank signalisierte, sich entsprechend ihrem Anteil zu beteiligen. Diese breite Rückendeckung der Kernaktionäre dürfte für den Verlauf der Hauptversammlung entscheidend sein.

Die Kapitalmaßnahme steht im Zusammenhang mit der bereits bekannten strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, die vor gut drei Wochen bestätigt wurde und seither eine Kurserholung von 4,8 Prozent auslöste. Der laufende Umbau umfasst unter anderem die Konsolidierung von Produktionsstandorten sowie ein Performance-Programm, das bis Ende 2027 Einsparungen von 120 Millionen Euro gegenüber dem Niveau von 2025 erzielen soll.

Bilanzielle Belastungen als Preis der Wende

Der bevorstehende Umbau schlägt sich auch in der Bilanz nieder: Lenzing rechnet mit Wertminderungen auf Sachanlagen von bis zu 150 Millionen Euro sowie Restrukturierungskosten von bis zu 40 Millionen Euro. Diese Einmaleffekte belasten das Ergebnis zwar kurzfristig, sind aber Voraussetzung für die geplanten Kosteneinsparungen der kommenden Jahre.

Operativ zeigte sich das Unternehmen im ersten Halbjahr bereits robuster: Das Ergebnis nach Steuern verdoppelte sich auf 35,6 Millionen Euro, während der Umsatz mit 1,27 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 1,34 Milliarden Euro blieb. Das EBITDA lag bei 239,2 Millionen Euro.

Kursniveau spiegelt Unsicherheit vor der Entscheidung

An der Börse bleibt die Skepsis spürbar. Der Kurs notiert derzeit rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 29,75 Euro und hat sich in den vergangenen 30 Tagen um 7,4 Prozent verbilligt. Die Aktie bewegt sich zudem unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 24,55 Euro, was auf einen kurzfristig angeschlagenen Trend hindeutet.

Für Anleger bleibt der 25. August damit der entscheidende Termin: Stimmen die Aktionäre der Kapitalerhöhung zu, dürfte dies als Bestätigung des eingeschlagenen Restrukturierungskurses gewertet werden – mit dem Rückhalt der Großaktionäre als wichtigstem Signal für den Ausgang der Abstimmung.

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