Lennar Aktie: Gewinn halbiert sich fast
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der größte Homebuilder der USA spürt die Zinsbremse deutlicher als erwartet. Lennar verdiente im dritten Quartal nur noch 283,9 Millionen Dollar, nach 591 Millionen im Vorjahresquartal — ein Rückgang von mehr als der Hälfte. Der Gewinn je Aktie von 1,19 Dollar verfehlte die Analystenschätzung von 1,29 Dollar, der Umsatz sank um 8,7 Prozent auf 8,05 Milliarden Dollar.
Steigende Hypothekenzinsen bremsen Nachfrage
Firmenchef Stuart Miller machte für die Schwäche vor allem das Zinsumfeld verantwortlich. Die 30-jährige Hypothekenrate lag am Quartalsende bei rund 6,8 Prozent, seitdem tendenziell weiter steigend. Die Neubestellungen fielen um 9 Prozent auf 20.879 Häuser, die Auslieferungen gingen um 3 Prozent auf 20.840 Einheiten zurück.
Die Bruttomarge auf Hausverkäufe schrumpfte von 17,5 auf 15,8 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis sank auf 372.000 Dollar, inklusive branchenweit üblicher Rabatte von rund 12 Prozent. Trotz der Belastungen senkte Lennar die Baukosten pro Quadratmeter das sechste Jahr in Folge und drückte die Bauzeit auf einen neuen Rekordwert von 116 Tagen.
Für das laufende vierte Quartal rechnet das Management mit 22.000 bis 23.000 Auslieferungen bei einer Marge zwischen 15,5 und 16,0 Prozent. Das Jahresziel für 2026 wurde von zuvor 82.000 bis 83.000 auf nun 80.000 bis 81.000 ausgelieferte Häuser gesenkt — die zweite Reduktion in Folge.
Kurs schon vor den Zahlen unter Druck
Die Aktie notierte vor Veröffentlichung der Ergebnisse bei rund 78 Dollar, nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 76,63 Dollar und weit entfernt vom Jahreshoch bei 139,44 Dollar. Mehrere Analystenhäuser, darunter BofA Securities, Wells Fargo und Truist Securities, hatten ihre Kursziele bereits vor der Vorlage gesenkt. BofA reduzierte ihr Ziel zuletzt auf 70 Dollar und kappte die Gewinnschätzung für das Gesamtjahr auf 5,49 Dollar je Aktie.
Trotz des schwächeren Umfelds kaufte Lennar im Quartal Aktien im Wert von 256 Millionen Dollar zurück und tilgte Anleihen über 400 Millionen Dollar. Die liquiden Mittel im Homebuilding-Geschäft sanken dadurch auf 1,2 Milliarden Dollar, während die Verschuldungsquote im Verhältnis zum Gesamtkapital auf 16,6 Prozent kletterte.
Miller verwies auf einen strukturellen Wohnungsmangel in den USA, der die langfristige Nachfrage stützen soll — kurzfristig bleibt jedoch die Erschwinglichkeit für Käufer die entscheidende Bremse. Der Ausblick für das vierte Quartal wird zeigen, ob die tieferen Zielmarken bei Auslieferungen ausreichen, um die Margen zu stabilisieren.
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