Leidos, Aktie

Leidos Aktie: Parcata findet 200 Schwachstellen

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 14:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leidos forciert mit CoreWeave-Kooperation und der KI-Plattform Parcata sein Geschäft mit US-Sicherheitsbehörden. Ein Großauftrag der Air Force untermauert die Strategie.

Leidos setzt auf KI-Offensive: Neue Cloud-Partnerschaft und autonome Sicherheitsplattform
Abstrakte digitale Netzwerkumgebung mit leuchtenden Knotenpunkten als Symbol für Cybersicherheit und IT-Schwachstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Technologiekonzern Leidos hat in dieser Woche eine weitreichende strategische Neuausrichtung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) eingeleitet. Mit zwei zentralen Ankündigungen zielt das Unternehmen auf die hohen Sicherheitsanforderungen der US-Geheimdienste und des Verteidigungsministeriums ab. Während eine neue Kooperation die technische Cloud-Infrastruktur stärkt, soll die eigene Plattform Parcata die Cybersicherheit durch autonome Funktionen verbessern.

Allianz für eine klassifizierte AI-Cloud

Gestern gaben Leidos und der Cloud-Spezialist CoreWeave ihre Zusammenarbeit bekannt, um spezialisierte KI-Dienste für nationale Sicherheitsmissionen bereitzustellen. CoreWeave liefert hierfür die technologische Plattform in Rechenzentren, die für den Umgang mit streng geheimen Informationen (SCIF) zertifiziert sind. Leidos übernimmt in diesem Verbund die Rolle des Systemintegrators, verantwortet die Sicherheitsarchitektur und steuert den Cyber-Betrieb.

Das geplante Angebot umfasst unter anderem klassifizierte Cloud-Umgebungen und Werkzeuge zur Unterstützung von Analysten. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, sind die definitiven Vereinbarungen für dieses Projekt zwar noch nicht unterzeichnet, doch die strategische Absicht ist formuliert: Die Partnerschaft soll eine souveräne KI-Infrastruktur schaffen, die von der Datenerfassung am Einsatzort bis zur zentralen Cloud reicht. Das Unternehmen, das rund 50.000 Mitarbeiter beschäftigt, setzt damit verstärkt auf die Integration von KI in militärische Abläufe.

Autonome Cybersicherheit mit Parcata

Parallel zur Cloud-Offensive stellte Leidos am Mittwoch die KI-Plattform Parcata vor. Das System wurde entwickelt, um Schwachstellen in Software autonom zu finden und ohne menschliches Eingreifen zu beheben. Die Technologie basiert auf Entwicklungen der Tochtergesellschaft Kudu Dynamics und wurde im Rahmen einer Herausforderung der Forschungsbehörde DARPA validiert.

In internen Tests konnte das System bei einem Umfang von sieben Millionen Zeilen Code mehr als 200 Schwachstellen identifizieren. Die durchschnittliche Zeit für die Erstellung eines Sicherheitspatches lag dabei bei etwa 21 Minuten. Laut Jason O’Connor, Präsident von Leidos Intelligence, ermöglicht die modellagnostische Plattform das Schließen von sogenannten Zero-Day-Lücken in Echtzeit. Diese Innovation ist ein zentraler Baustein der Strategie „NorthStar 2030“, mit der sich der Konzern als technoführender Dienstleister im Verteidigungssektor positionieren will.

Großauftrag und Ausblick auf die Quartalszahlen

Die operativen Fortschritte werden durch Erfolge im Kerngeschäft flankiert. Leidos sicherte sich im Juli einen Auftrag der US Air Force im Wert von 717 Millionen US-Dollar. Dieser Vertrag über eine Laufzeit von fünf Jahren sieht die Unterstützung von Aufklärungs- und Überwachungsmissionen an mehr als 35 Standorten vor. Das Unternehmen agiert damit weiterhin als einer der wichtigsten Partner für militärische Dienstleistungen in den USA.

Anleger blicken nun auf den kommenden Dienstag, wenn Leidos die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen wird. Die Analysten von Zacks Equity Research prognostizieren für diesen Zeitraum einen Umsatz von rund 4,36 Milliarden US-Dollar. Während die Aktie im heutigen Handel um 1,56 Prozent zulegen konnte und bei 98,88 Euro notiert, weist die Jahresbilanz mit einem Minus von 37,26 Prozent seit Beginn des Jahres noch deutlichen Erholungsbedarf auf. Die Experten der Citigroup bewerten das Papier derzeit mit einem Kursziel von 138 US-Dollar, während BNP Paribas mit einem Ziel von 165 US-Dollar noch optimistischer gestimmt ist.

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