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Legal, General Aktie: Asset Management bleibt verschont

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der britische Versicherer will bis Mitte 2027 etwa ein Zehntel seiner Belegschaft abbauen; Asset Management bleibt ausgenommen, der Halbjahresgewinn stieg.

Modernes Versicherungsbüro London Legal & General Group plc GB0005603997
Legal & General Group plc GB0005603997 zeigt modernes Versicherungsbüro mit Beratern und Kunden vor Skyline-Fenster Illustration mit AI erstellt.

Der britische Finanz- und Versicherungskonzern Legal & General leitet den nächsten Schritt seiner Konzernverschlankung ein. Wie CEO António Simões den Mitarbeitern am heutigen Mittwoch per E-Mail mitteilte, plant das Londoner Unternehmen bis Mitte 2027 den Abbau von rund 1.000 Stellen. Dies entspricht etwa zehn Prozent der Belegschaft von rund 10.000 Beschäftigten. An den Börsen reagierten die Papiere verhalten: Die Aktie notiert im heutigen Handel bei 3,48 Euro mit einem Minus von 0,5 Prozent.

Freiwilliges Abfindungsprogramm in Großbritannien

Der Personalabbau konzentriert sich auf Großbritannien und soll zunächst über ein freiwilliges Abfindungsprogramm anlaufen. Sollten die angestrebten Zielgrößen auf diesem Weg nicht erreicht werden, schloss das Management betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.

Simões, der den Vorstandsvorsitz im Januar 2024 übernommen hatte, begründete den Schritt mit der Notwendigkeit einer schlankeren Organisation. Die Gruppe sei über die vergangenen Jahre komplexer geworden als nötig.

Ausdrücklich ausgenommen von den Einschnitten ist die Vermögensverwaltungssparte. Der Bereich Legal & General Asset Management, der global rund 1,2 Billionen Pfund verwaltet, durchlief bereits zuvor ein eigenes Restrukturierungsprogramm. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte dieser Unternehmensteil ein Plus bei den Gebühreneinnahmen von 37 Prozent und verbesserte seine Aufwand-Ertrag-Relation auf 71 Prozent.

Konzernumbau auf drei Divisionen

Die Kürzungspläne fügen sich in eine umfassendere Neuausrichtung ein. Das Management hat die Konzernstruktur von ehemals vier auf drei Kerndivisionen gestrafft und sich von randständigen Geschäftsbereichen getrennt. Dazu zählte der Verkauf des Wohnungsbauunternehmens Cala Homes an Ferguson Bidco für 1,35 Milliarden Pfund, der der Gruppe einen Netto-Mittelzufluss von 1,16 Milliarden Pfund einbrachte.

Trotz des Sparprogramms wies Legal & General im ersten Halbjahr 2026 solide Ertragskennziffern aus. Der bereinigte Kernbetriebsgewinn stieg im Vorjahresvergleich um sieben Prozent auf 918 Millionen Pfund, während der Gewinn je Aktie um elf Prozent zulegte. Die Solvency-II-Kapitalquote lag zum Ende des Halbjahres mit 201 Prozent über dem Zielkorridor des Managements von 160 bis 190 Prozent.

Zugleich setzt der Konzern auf eine aktionärsfreundliche Kapitalallokation. Neben dem vor gut drei Wochen thematisierten Aktienrückkaufprogramm, dessen Gesamtvolumen 1,2 Milliarden Pfund umfasst, plant das Unternehmen für den Zeitraum von 2025 bis 2027 mehr als fünf Milliarden Pfund an die Anteilseigner zurückzuführen.

Trotz der heutigen Kursverluste steht seit Jahresanfang ein Kursplus von 15 Prozent zu Buche. Die kommenden Quartale dürften zeigen, wie zügig sich die angekündigten Stellenstreichungen ohne Beeinträchtigung des Kerngeschäfts umsetzen lassen.

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