Legal & General: Analysten senken Kursziele trotz Rückkäufe
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 21:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der britische Finanzdienstleister Legal & General treibt die Optimierung seiner Kapitalstruktur voran. Wie das Unternehmen am Dienstag im Rahmen einer Pflichtmitteilung bekannt gab, wurden allein in der vergangenen Woche zwischen dem 24. und 28. August insgesamt 20.737.824 Stammaktien über Barclays Capital Securities Limited erworben.
Diese Maßnahme ist Teil des am 11. März 2026 angekündigten Rückkaufprogramms. Die erworbenen Papiere sollen in der Folge eingezogen werden, um die Anzahl der ausstehenden Aktien zu verringern.
Veränderungen im Grundkapital
Durch die laufenden Rückkäufe und die Ausgabe neuer Anteile im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen hat sich die Stimmrechtsbasis des Konzerns verschoben.
Zum Stand vom Montag, den 31. August, bestand das Kapital der Gesellschaft aus 5.491.210.360 stimmberechtigten Stammaktien zu je 2,5 Pence. Parallel zu den Rückkäufen wurden zudem Aktien unter dem sogenannten Sharesave Scheme (SAYE) zum Handel am Main Market der Londoner Börse zugelassen.
Bereits in der vorangegangenen Phase zwischen dem 20. und 21. August hatte der Versicherer rund 16,5 Millionen eigene Anteile erworben. Diese Transaktionen wurden zu volumengewichteten Durchschnittspreisen zwischen etwa 285 und 288 Pence durchgeführt. Ziel dieser konsequenten Rückführung von Kapital ist es, den verbliebenen Aktionären einen höheren Anteil am künftigen Gewinn zu sichern.
Analysten warnen vor hoher Bewertung
Trotz der massiven Aktienrückkäufe zeigt sich die Kursentwicklung am heutigen Donnerstag schwächer. Das Papier notiert mit einem Minus von 1,4 Prozent bei 3,38 Euro. Damit setzt sich ein kurzfristiger Abwärtstrend fort, der die Aktie über die vergangenen 30 Tage um insgesamt 6,6 Prozent sinken ließ. Marktbeobachter führen dies unter anderem auf eine Reihe von Herabstufungen durch namhafte Analysehäuser zurück, die Mitte August erfolgten.
Am 11. August stuften sowohl Citi als auch UBS den Wert auf „Sell“ herab. Die Analystin Alejandra Chavez von Citi verwies dabei auf die Bewertungshöhe und senkte das Kursziel von 251 Pence auf 245 Pence. Zuvor war der Kurs im bisherigen Jahresverlauf deutlich gestiegen.
Die UBS erhöhte zwar ihr Kursziel von 2,60 auf 2,80 Britische Pfund, blieb jedoch bei ihrer Verkaufsempfehlung. Medienberichten zufolge sehen Experten zudem Risiken durch sinkende Solvabilitätsquoten und einen möglichen Margendruck im Kerngeschäft.
Solide Halbjahresbilanz als Fundament
Diese vorsichtige Haltung der Analysten steht im Kontrast zu den operativen Fortschritten, die Legal & General in diesem Jahr verzeichnet. In den am 5. August vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr 2026 meldete der Konzern einen Anstieg des operativen Kerngewinns um 7 Prozent.
Der entsprechende Gewinn je Aktie legte sogar um 11 Prozent zu. Mit einer Solvency-II-Quote von 201 Prozent liegt das Unternehmen weiterhin komfortabel über seinem eigenen Zielbereich.
Anleger blicken nun darauf, ob die fundamentale Stärke die aktuellen Bewertungsbedenken überwiegen kann. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie trotz der jüngsten Korrektur immer noch ein Plus von 12 Prozent. Das Management nutzt die starke Kapitalposition weiterhin, um durch die Rückkäufe Vertrauen am Markt zu schaffen, während die Analysten nach der Rallye der Vormonate zur Vorsicht mahnen.
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