Lanxess, Aktie

Lanxess Aktie: Tief seit März

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lanxess gerät im Chemiesektor stärker unter Druck als Wettbewerber. JPMorgan reduziert das Kursziel und verweist auf steigende Energierisiken.

Chemieanlage mit Destillationstürmen und Kühltürmen bei Sonnenuntergang
Lanxess AG (DE0005470405) betreibt Spezialchemie-Anlagen mit Tanks und Türmen im Abendlicht am Rhein Illustration mit AI erstellt.

Der Kölner Spezialchemiekonzern gerät im breiten Sektorabschwung besonders stark unter Druck. Die Aktie verlor zeitweise mehr als fünf Prozent und fiel auf 13,26 Euro — den tiefsten Stand seit März. Damit trifft es Lanxess deutlich härter als die Branchenkollegen BASF, Brenntag und Wacker Chemie, die an diesem Dienstag zwischen zwei und 2,5 Prozent nachgaben.

Der europäische Chemiesektor insgesamt schwächelt bereits seit zwei Wochen. Der Branchenindex hatte Anfang September noch von einer Sonderkonjunktur profitiert: Lieferengpässe im Zuge des Nahost-Konflikts hatten europäischen Herstellern kurzzeitig Vorteile verschafft und den Index auf ein Hoch seit März 2025 getrieben. Das Ifo-Institut vermeldete Ende August erstmals seit vier Jahren eine wieder positive Einschätzung der Geschäftslage in der Branche.

JPMorgan sieht Gegenwind bei Energiekosten

Diese Hoffnung bröckelt nun sichtbar. JPMorgan senkte das Kursziel für Lanxess und begründete den Schritt mit drohendem Gegenwind von der Energiekostenseite. Für einen Konzern, dessen Produktion energieintensive Prozesse wie die Herstellung von Kautschukchemikalien und Spezialadditiven umfasst, wiegt diese Einschätzung schwer.

Der Kursverlust bei Lanxess fällt damit deutlicher aus als bei der übrigen Branche, was auf eine höhere Sensitivität gegenüber Energiepreisrisiken hindeuten könnte. Auch Evonik geriet unter Druck: Morgan Stanley stufte den Titel wegen schwacher Aussichten im Tierfuttergeschäft von "Overweight" auf "Equal-weight" zurück, nachdem die Preise für das Vorprodukt Methionin in Asien deutlich gefallen waren.

Die kurzfristige Sonderkonjunktur durch asiatische Lieferausfälle verpufft damit zusehends. Ob sich die Energiekostenbelastung für Lanxess in den kommenden Quartalszahlen konkret niederschlägt, dürfte sich erst zeigen, wenn der Konzern seine nächste reguläre Berichterstattung vorlegt.

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