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Labcorp Aktie: Medicare kürzt Labortarife

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CMS stellt für 2027 niedrigere Labortarife in Aussicht. Labcorp und Quest Diagnostics verlieren an der Börse, während Truist zuversichtlich bleibt.

Labcorp und Quest Diagnostics unter Druck durch geplante Medicare-Kürzungen
Moderne Laboreinrichtung mit medizinischen Testgeräten in einem klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Ein Federstrich aus Washington reicht, um die Kurse der großen US-Labordienstleister ins Wanken zu bringen. Die Gesundheitsbehörde CMS hat vorläufige Erstattungssätze für das Jahr 2027 veröffentlicht — und die fallen für Labcorp und Konkurrent Quest Diagnostics deutlich schlechter aus als erhofft.

Bis zu 15 Prozent weniger pro Test

CMS schlägt vor, die Vergütung für klinische Labortests ab dem 1. Januar 2027 um bis zu 15 Prozent zu kürzen. Begründet wird der Schritt mit einer Analyse von mehr als 6.400 Laboren, wonach Medicare aktuell rund 16 Prozent mehr zahlt als private Versicherer. Die Behörde rechnet mit jährlichen Einsparungen von etwa einer Milliarde Dollar für die Steuerzahler.

CMS-Chef Mehmet Oz begründete den Vorstoß damit, Steuerzahler und Medicare-Patienten hätten jahrelang überhöhte Preise gezahlt. Entscheidend für Labcorp: Das Gesetz erlaubt jährliche Kürzungen von bis zu 15 Prozent bis 2029 — die kumulierte Belastung über mehrere Jahre könnte damit erheblich ausfallen, auch wenn konkrete Gewinnschätzungen dazu bislang fehlen.

Die Labcorp-Aktie gab nachbörslich rund 3,4 Prozent nach und fiel auf etwa 310 Dollar. Am Dienstag im vorbörslichen Handel setzte sich der Rückgang mit weiteren 4,5 Prozent fort. Quest Diagnostics traf es noch härter: Die Aktie verlor nachbörslich 5,2 Prozent und büßte im vorbörslichen Handel zusätzlich 6,9 Prozent ein — pikant, weil beide Werte kurz zuvor neue 52-Wochen-Hochs markiert hatten.

Analysten bleiben trotz Gegenwind zuversichtlich

Truist Securities hat sein Kursziel für Labcorp trotz der Nachrichtenlage von 350 auf 365 Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt — ein Zeichen, dass die Bank an der langfristigen Substanz des Geschäfts festhält. Für Quest bleibt Truist bei "Hold", hob das Kursziel aber von 250 auf 260 Dollar an.

Der breite Markt lieferte am Tag der Ankündigung keinen Rückenwind und auch keine Ablenkung: S&P 500, Dow Jones und Nasdaq bewegten sich kaum, was die Verkaufswelle klar als branchenspezifisches statt makroökonomisches Ereignis einordnet.

Labore und Interessenverbände haben nun rund 30 Tage Zeit, um Stellungnahmen zu den vorläufigen Sätzen einzureichen. CMS will die endgültige Gebührenordnung für 2027 im November 2026 vorlegen. Bis dahin dürfte die Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß der Belastung auf beiden Aktien lasten — mehr Klarheit über die Ergebnisauswirkungen könnte frühestens mit dem nächsten Quartalsbericht Ende Oktober kommen.

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