Labcorp, Aktie

Labcorp Aktie: 722 Millionen für BioReference

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Laborkonzern übernimmt ausgewählte BioReference-Geschäfte; der Abschluss hängt noch von behördlichen Freigaben ab.
Moderne medizinische Laborumgebung mit diagnostischer Ausrüstung in einer professionellen, klinischen Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Labcorp kauft zu. Der Laborkonzern hat sich mit OPKO Health auf die Übernahme ausgewählter Vermögenswerte der Tochter BioReference Health geeinigt. Der Kaufpreis liegt bei 722 Millionen Dollar in bar, die Aktie notiert vorbörslich kaum verändert bei 318 Dollar.

Was Labcorp bekommt

Das Paket umfasst die Testgeschäfte für klinische Diagnostik, Frauengesundheit, Urologie und Strafvollzug. Hinzu kommen operative Vermögenswerte, darunter mehr als 80 zusätzliche Patientenzentren. Labcorp erweitert damit sein Netz an Annahmestellen.

Ein Kernstück ist der 4Kscore-Test. Der von der FDA zugelassene Bluttest soll vor einer Biopsie abschätzen, wie wahrscheinlich ein aggressiver Prostatakrebs ist. Labcorp will ihn über seine nationale Reichweite deutlich breiter verfügbar machen.

Der Kaufpreis kann noch schwanken. Er hängt von den Umsätzen zum Abschlusszeitpunkt ab und könnte nach oben oder unten angepasst werden. Zusätzlich sind bis zu 150 Millionen Dollar als Earn-out vorgesehen, gekoppelt an die Erlöse des 4Kscore-Tests.

Die Rechnung

Labcorp erwartet im ersten Jahr nach Abschluss rund 250 Millionen Dollar Umsatz aus dem übernommenen Geschäft. Das beruht auf eigenen Prognosen für die Zeit nach dem Closing. Gemessen daran liegt der Preis beim knapp Dreifachen des erwarteten Jahresumsatzes, ohne Earn-out.

Die Börse reagiert bei Labcorp entsprechend gelassen. Für den Konzern ist es eine Ergänzung im Tagesgeschäft, kein Strategiewechsel.

Anders sieht es bei OPKO aus. Die Aktie springt vorbörslich um gut sieben Prozent auf 1,48 Dollar. Konzernchef Phillip Frost sagt, der Verkauf erlaube es, die Abläufe zu straffen und die Mittel auf das Biopharma-Geschäft zu konzentrieren. Er sieht darin einen Katalysator, um für die Aktionäre zusätzlichen Wert zu heben.

Noch nicht vollzogen

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und üblicher Abschlussbedingungen. Bis zum Closing arbeiten beide Unternehmen unabhängig voneinander, am Betrieb und an den Leistungen ändert sich nichts. Einen konkreten Abschlusstermin nennen die Unternehmen nicht. Erst mit der Freigabe der Behörden fließen die 722 Millionen Dollar.

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