L3Harris Aktie: Lockheed-Vertrag sichert THAAD-Ausbau
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 21:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Großauftrag über mehr als 6 Milliarden $ verschafft dem US-Rüstungskonzern L3Harris langfristige Planungssicherheit. Das Unternehmen erhielt am Dienstag von Lockheed Martin einen auf sieben Jahre angelegten Vertrag, der die Ausweitung der Fertigung von THAAD-Raketenantrieben vorsieht. Das Vertragsvolumen versteht sich vor Eskalationsanpassungen.
Wie L3Harris mitteilte, stützt die Vereinbarung die zuvor kommunizierten Produktionsziele des Unternehmens. Der Festlegungsstatus des Vertrags ist als vorläufig eingestuft, sichert dem Konzern jedoch eine zentrale Rolle im Ausbau des bodengestützten Abwehrsystems gegen ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen.
Auftragszuwächse im September
Der Großauftrag reiht sich in eine Serie von jüngsten Verteidigungsprojekten ein. Am 24. September meldete L3Harris den erfolgreichen Abschluss des Preliminary Design Review für das Raumfahrtprogramm Tranche 3 der Space Development Agency. Die Mission umfasst den Bau und die Entwicklung von 18 Raumfahrzeugen zur Raketenfrühaufklärung und -verfolgung, für die der Konzern bereits im Dezember 2025 beauftragt worden war.
Auch die Streitkräfte vergaben im abgelaufenen Monat zusätzliche Budgets an das Unternehmen. Am 21. September erteilte das U.S. Naval Sea Systems Command einen Auftrag über 139 Millionen $ für die fortlaufende Lieferung von Periskopmasten mit niedrigem Profil für U-Boote der Virginia- und Columbia-Klasse.
Eine Woche zuvor, am 14. September, sicherte sich L3Harris zudem einen Auftrag der U.S. Air Force über rund 60 Millionen $ zur Fertigung von Höhensensoren des Typs DSU-43/B für Cockpitsysteme.
Analysten blicken auf Lieferketten
Trotz des Auftragsvolumens blicken Analysten mit gemischten Erwartungen auf das laufende Geschäft. Jefferies senkte am 22. September das Kursziel für die Aktie von 315 $ auf 280 $ und behielt die Einstufung Hold bei. Das Haus begründete diesen Schritt mit Vorsicht bezüglich der Lieferketten im Bereich der Funksysteme und reduzierte die Umsatzprognose für das dritte Quartal auf 5,83 Milliarden $, während der Marktkonsens bei 5,92 Milliarden $ lag.
Bernstein passte das Kursziel am 23. September ebenfalls moderat von 365 $ auf 346 $ an, stuft die Papiere jedoch weiterhin mit Outperform ein. Neben den operativen Faktoren sorgt zudem eine rechtliche Entwicklung für Unruhe: Die Anwaltskanzlei Pomerantz LLP gab am Dienstag bekannt, mögliche Verstöße gegen Wertpapiervorschriften im Zusammenhang mit dem am 17. August erfolgten Rücktritt des Vorstandschefs zu prüfen.
Chartbild bleibt herausfordernd
Am Markt sorgt der milliardenschwere Auftrag bislang nur für verhaltene Erleichterung. Im heutigen Handel legt die Aktie um 1,1 % auf 211,40 € zu. Damit hat sich das Papier nur minimal vom 52-Wochen-Tief gelöst, das gestern bei 207,10 € markiert worden war. Die kommenden Quartalszahlen dürften Klarheit darüber bringen, wie schnell sich die neuen Verträge im operativen Ergebnis niederschlagen.
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