Kyndryl Aktie: Rückzug aus dem IBM-Hardware-Geschäft
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 04:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deKyndryls Umbau gewinnt durch Cloud-Geschäft, Beratung und KI-gestützte Einsparungen an Kontur. Für Anleger ist entscheidend, ob der Rückzug aus dem Hardware-Wiederverkauf und der Ausbau neuer Geschäftsfelder dieses Ziel tragen können.
Weniger IBM-Hardware, mehr Cloud-Geschäft
Seit der Abspaltung von IBM im Jahr 2021 hat Kyndryl den jährlichen Wiederverkauf von IBM-Hardware deutlich reduziert. Das Volumen sank von 4 Mrd. $ auf unter 2 Mrd. $. Damit verändert sich ein Geschäft, das unmittelbar mit der früheren Konzernmutter verbunden ist.
Parallel baut Kyndryl die Zusammenarbeit mit AWS, Microsoft und Google aus. Der Wandel besteht somit nicht allein darin, bestehendes Geschäft zurückzufahren. Kyndryl verlagert zugleich den Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit den großen Cloud-Anbietern.
Der jährliche Umsatz mit diesen Partnern erreichte rund 2 Mrd. $. Die Vertragsabschlüsse der Beratungseinheit Kyndryl Consult stiegen im Jahresvergleich um 50%. Diese Abschlüsse sind allerdings nicht mit bereits realisierten Umsätzen gleichzusetzen.
Für die Einordnung des Umbaus ist diese Unterscheidung wesentlich: Vertragsabschlüsse zeigen die Entwicklung des Neugeschäfts. Das Cashflow-Ziel verlangt dagegen, dass sich die operative Veränderung auch im Mittelzufluss niederschlägt.
KI soll Kosten und Kundenprojekte verändern
Ein weiterer Hebel liegt im eigenen Betrieb. Rund 1.800 KI-Agenten haben kumulierte operative Einsparungen von etwa 1 Mrd. $ erzielt. Diese kumulierte Kostengröße ist vom künftig erwarteten freien Cashflow zu unterscheiden.
KI spielt zugleich in der Partnerschaft mit WPP eine Rolle. Kyndryl setzt sein Agentic AI Framework zur Modernisierung der Anwendungslandschaft von WPP ein. Im Gegenzug wird WPP zum bevorzugten globalen Marketingpartner von Kyndryl.
Geplant sind außerdem gemeinsame Vertriebsinitiativen und ein KI-basiertes Marketing-Betriebssystem auf WPP Open. Die Vereinbarung ergänzt damit den internen Effizienzansatz um ein konkretes Kundenprojekt. Die zusätzlichen gemeinsamen Vorhaben bleiben zunächst Planungen.
Bewertung hängt an der Umsetzung
Medienberichten zufolge wird Kyndryl mit dem 6,8-Fachen des erwarteten Gewinns und dem 0,19-Fachen des Umsatzes bewertet. Beide Kennzahlen liefern einen Bewertungsrahmen, ersetzen aber keinen Nachweis für das Erreichen des Cashflow-Ziels.
Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Messlatte: Das Cloud-Geschäft und die Beratung müssen den Umbau wirtschaftlich tragen. Zugleich müssen Einsparungen zu nachhaltigen Mittelzuflüssen beitragen. Die bisherigen Fortschritte stützen diese Perspektive; die Erwartung des Managements bleibt dennoch ein Ziel und kein bereits erzieltes Ergebnis.
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