Kyndryl Aktie: Hyperscaler treiben Wachstum
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 06:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deUmsatz leicht rückläufig, Gewinn je Aktie bereinigt gestiegen, Cashflow im Quartal negativ: Kyndryl legt ein gemischtes zweites Geschäftsquartal vor. Das Wachstum kommt aus den Bereichen, die der Konzern strategisch ausbauen will. Heute ergänzt eine neue Partnerschaft mit AWS die Erzählung.
Zahlen: Marge verbessert, Cashflow schwächer
Der Umsatz sank im Quartal bis Ende September um 1,9 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar, währungsbereinigt um 0,8 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 59 Millionen Dollar oder 0,27 Dollar je Aktie, ein Jahr zuvor waren es 68 Millionen Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg dagegen auf 0,42 Dollar nach 0,38 Dollar.
Das bereinigte EBITDA legte auf 699 Millionen Dollar zu, die entsprechende Marge verbesserte sich auf 19,1 Prozent. Ein Teil des Plus im US-Geschäft geht allerdings auf die Klärung eines kommerziellen Streitfalls zurück. Der freie Cashflow war mit minus 34 Millionen Dollar negativ, vor einem Jahr stand ein Plus von 22 Millionen.
Wachstumstreiber: Hyperscaler und Consulting
Die Erlöse mit Hyperscalern wuchsen um 27,2 Prozent auf mehr als 550 Millionen Dollar. Kyndryl Consult legte um 4,2 Prozent zu. Die Neuabschlüsse stiegen auf 4,1 Milliarden Dollar, nach 2,8 Milliarden im Vorjahresquartal. Elf Verträge überschritten jeweils 50 Millionen Dollar.
Hier setzt die heute angekündigte Lösung an. Kyndryl kombiniert seine KI-gestützten Modernisierungsdienste, die als „Services-as-Software" angeboten werden, mit AWS Transform. Kunden sollen Anwendungen und Kernsysteme schneller und mit geringerem Risiko modernisieren. Kyndryl war Launch-Partner von AWS Transform. Laut eigener Studie liegen knapp die Hälfte der befragten Unternehmen bei ihren Modernisierungszielen hinter dem Plan.
Kosten, Schulden, Ausblick
Der Umbau kostet. Im Quartal fielen 38 Millionen Dollar für den Personalabbau an, im Gesamtjahr sollen es rund 200 Millionen werden, davon sind 190 Millionen bereits verbucht. Ab dem zweiten Halbjahr soll sich das weitgehend ausgleichen. Für das Geschäftsjahr 2028 stellt das Management jährliche Einsparungen von 400 bis 500 Millionen Dollar in Aussicht.
Die Finanzierung hat Kyndryl neu aufgestellt. Neue Anleihen mit Kupons von rund 7,8 Prozent ersetzten eine niedrig verzinste Anleihe und die gezogene Kreditlinie. Der Zinsaufwand stieg dadurch auf 37 Millionen Dollar nach 20 Millionen im Vorjahr.
Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 bleibt unverändert: bereinigter Vorsteuergewinn von 600 bis 700 Millionen Dollar, freier Cashflow von 400 bis 500 Millionen Dollar und ein währungsbereinigter Umsatz zwischen stagnierend und minus 2 Prozent. Nach minus 434 Millionen Dollar im ersten Halbjahr muss der Cashflow dafür in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen.
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