Krones Aktie: Bernstein stuft auf Market-Perform
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft in der Getränkeindustrie trübt die mittelfristigen Perspektiven für Krones. Das Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für den Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen von zuvor „Outperform“ auf „Market-Perform“ gesenkt.
Das Kursziel siedeln die Analysten bei 111,00 Euro an. Hauptgrund für das neutrale Votum ist die Einschätzung, dass der Umsatz- und Auftragsausblick des MDAX-Konzerns mit Blick auf das Jahr 2027 verhalten ausfallen dürfte.
Zurückhaltende Investitionen bei Abfüllern und Herstellern
Bernstein verweist bei der Neubewertung auf die aktuellen Investitionsausgaben der Kundenbasis. Sowohl Getränkehersteller als auch Abfüllunternehmen agieren bei ihren Ausgaben vorsichtiger. Dies spiegelt sich auch in der breiteren Branchenstimmung wider.
Laut einer Erhebung des Branchenverbands spiritsEUROPE bewerten 60 Prozent der befragten europäischen Spirituosenhersteller das allgemeine Geschäftsumfeld der vergangenen zwölf Monate als verschlechtert, während nur knapp ein Drittel plant, die Investitionen im kommenden Jahr aufzustocken.
Auch im Brauereisektor bleibt das Marktumfeld angespannt. Steigende Kosten, Teuerungsraten beim Konsum und rückläufige Absatzzahlen zwingen viele Getränkehersteller zur Kostendisziplin. Für Ausrüster wie Krones bedeutet diese Zurückhaltung, dass Großaufträge und Kapazitätserweiterungen von Kundenseite mit mehr Bedacht vergeben werden könnten.
Solide Zahlen stehen vorsichtigerem Ausblick gegenüber
Die skeptischere Haltung der Analysten für die kommenden Jahre trifft auf ein operativ bislang stabiles Fundament. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Neutraublinger Unternehmen einen Umsatz von 1,34 Milliarden Euro, nach 1,32 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie lag mit 2,23 Euro leicht über dem Vorjahreswert von 2,21 Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Marktexperten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 10,18 Euro sowie einer Erhöhung der Dividende auf 3,11 Euro, nachdem für 2025 noch 2,80 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet worden waren. Parallel dazu treibt Krones interne Projekte voran und bündelt etwa in der Einheit Krones.digital gruppenweite Ressourcen für Digitalisierung und Automatisierung.
Aktie bleibt unter Druck
Am Aktienmarkt spiegeln sich die mittelfristigen Wachstumszweifel bereits deutlich wider. Die Krones-Aktie gibt heute um 2,1 Prozent auf 109,80 Euro nach und notiert damit knapp unter dem von Bernstein ausgegebenen Kursziel.
Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus des Papiers auf 19 Prozent. Anleger blicken nun verstärkt darauf, ob die Nachfrage im späteren Verlauf des Jahres wieder anzieht oder ob sich die Investitionspause der Getränkeindustrie verfestigt.
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