Kroger Aktie: Jeder dritte Bürojob fällt weg
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kroger streicht in den kommenden drei Jahren rund 3.000 Stellen in der Unternehmenszentrale. Das betrifft etwa 37 Prozent der gut 8.000 Büroangestellten. Für den Handelsriesen ist es einer der größten Personalumbauten seiner Geschichte.
Der Umbau unter Greg Foran
CEO Greg Foran, der im Februar vom Konkurrenten Walmart zu Kroger wechselte, informierte die Belegschaft am Montag. In einem internen Memo schreibt er, Vereinfachung bedeute schnellere Entscheidungen und mehr Ressourcen dort, wo sie zählen. Das Unternehmen arbeite derzeit mit zu vielen Hierarchieebenen und zu viel Overhead.
Foran will doppelte Arbeitsabläufe abbauen. Künstliche Intelligenz soll die Effizienz im Unternehmen steigern. Welche Abteilungen und Funktionen genau betroffen sind, will Kroger in den kommenden Monaten mitteilen.
Die eingesparten Mittel sollen in niedrigere Preise, ein besseres Einkaufserlebnis in den Filialen und die Beschäftigten an der Front fließen. Der Schritt fällt in ein schwieriges Umfeld: Das Wachstum schwächelt, der Wettbewerb im Einzelhandel nimmt zu, die Inflation bleibt hartnäckig.
Rechtsstreit mit Albertsons
Parallel dazu verschärft sich der Streit um die gescheiterte Fusion mit Albertsons. Deren Anwälte forderten vor dem Delaware Chancery Court mehr als 9 Milliarden Dollar von Kroger. Die Summe umfasst die entgangene Aktionärsprämie, eine Vertragsstrafe von 600 Millionen Dollar und Zinsen.
Albertsons wirft Kroger vor, die Vertragspflichten vorsätzlich verletzt zu haben. Der Konzern habe sich nicht ausreichend um die Genehmigung der Behörden bemüht und einen Verkaufsplan für Filialen nicht nachgebessert. Ein Bundesgericht hatte die Übernahme im Dezember 2024 gestoppt, nachdem es der Argumentation der Handelsaufsicht FTC gefolgt war.
Kroger weist die Vorwürfe zurück. Der Konzern habe alles Mögliche für die Genehmigung getan, heißt es. Albertsons habe zudem gemeinsam mit dem Käufer der abzugebenden Filialen, C&S Wholesale Grocers, die Auflagen der Regulierer in die Höhe getrieben. C&S bestreitet das. Der Prozess ist für zwei Wochen später im Oktober angesetzt.
Börsenreaktion
Die Aktie schloss am Montag bei 62,56 Dollar und damit 1,5 Prozent im Plus. Das Memo wurde erst nach Handelsschluss bekannt. Nachbörslich gab das Papier leicht nach.
Der Prozess im Oktober bringt nun Klarheit darüber, ob Kroger für das Scheitern der Fusion zahlen muss. Eine Forderung über 9 Milliarden Dollar wäre für den Konzern erheblich, während der Stellenabbau zugleich die Kostenbasis senken soll.
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