KOSPI: 33 Prozent unter Juni-Rekordhoch
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 05:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Leitindex KOSPI durchlebt seine schwerste Krise seit Jahren. Anleger ziehen massiv Kapital ab, während die einstige Euphorie um Künstliche Intelligenz spürbar abkühlt. Ein kurzer Erholungsversuch am Freitag scheiterte kläglich am Widerstand der internationalen Verkäufer.
Halbleiter-Giganten unter Druck
Die Technikbranche bleibt das Sorgenkind der Seouler Börse. Besonders Samsung Electronics leidet unter den gedämpften Erwartungen an den künftigen Bedarf für Spezial-Speicherchips. Marktbeobachter verweisen auf mögliche Änderungen der technischen Details bei Nvidias kommender Chip-Generation.
Parallel dazu belastet die allgemeine Stimmung im Sektor die Kurse. Die Aktie von Samsung verlor am Freitag über ein Prozent an Wert. Noch härter traf es SK Square mit einem Minus von 3,2 Prozent.
Ausländische Investoren flüchten
Internationale Fonds stießen zuletzt Aktien im Wert von über 600 Millionen Dollar ab. Dieser massive Kapitalabfluss prägt das gesamte Handelsjahr. Einheimische Privatanleger versuchten zwar die Verkäufe aufzufangen, konnten den Abwärtstrend aber nicht stoppen.
Die Schwäche der Landeswährung verschärft die Situation. Der Won notierte zuletzt bei rund 1.416 je US-Dollar. Dieses Währungsrisiko treibt viele südkoreanische Anleger zunehmend in den amerikanischen Aktienmarkt.
Charttechnische Warnsignale
Der Index beendete die Woche bei 6.280 Punkten. Damit liegt der KOSPI bereits rund 33 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Juni. Aktuell sucht der Markt im Bereich um 6.200 Punkte nach einem tragfähigen Boden.
Sollte diese Marke fallen, droht ein weiteres Abrutschen in Richtung der psychologisch wichtigen 6.000er-Grenze. Die Volatilität bleibt mit einem annualisierten Wert von rund 85 Prozent extrem hoch.
Die kommenden Tage bringen wichtige Impulse aus den USA. Anleger blicken auf die neuen Arbeitsmarktdaten und die Berichte großer Technologiekonzerne im späten August. Eine echte Erholung erfordert eine Rückkehr des ausländischen Kapitals nach Seoul.
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