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Kongsberg Gruppen Aktie: Hyundai-Rotem bestellt Waffenstationen für K2

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Vertrag mit Hyundai-Rotem ist geschlossen; Dänemarks geplante Raketenbeschaffung bleibt dagegen Gegenstand laufender Verhandlungen.
Abstraktes Bild moderner Verteidigungstechnologie und industrieller Ingenieurskunst in einem professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Kongsberg Gruppen hat gestern einen Vertrag über rund NOK 700 Millionen mit Hyundai-Rotem unterzeichnet. Der Auftrag umfasst ferngesteuerte Waffenstationen für polnische Fahrzeuge. Parallel eröffnet Dänemarks Entscheidung für die Joint Strike Missile weiteres Geschäftspotenzial. Hier stehen Umfang und Vertragswert allerdings noch unter Verhandlung: Nicht jede positive Beschaffungsentscheidung ist bereits ein verbindlicher Auftrag.

Waffenstationen für Polens K2-Plattform

Nach Unternehmensangaben liefert Kongsberg Waffenstationen vom Typ PROTECTOR RS4 an das südkoreanische Unternehmen Hyundai-Rotem. Sie sind für drei Varianten der polnischen K2-Plattform vorgesehen. Dazu gehören Panzer und Unterstützungsfahrzeuge.

Die ersten Systeme zur Fahrzeugintegration sollen ab Frühjahr 2027 bereitstehen. Damit enthält der Vertrag neben dem finanziellen Volumen auch einen konkreten Lieferanker. Für Anleger ist diese Verbindlichkeit der wesentliche Unterschied zur ebenfalls gestern bekannt gewordenen dänischen Raketenplanung.

Der polnische Auftrag sichert Kongsberg ein weiteres vertraglich vereinbartes Rüstungsgeschäft. Daraus lässt sich allerdings noch keine Aussage über den Ergebnisbeitrag ableiten. Für die Bewertung zählen daher nicht nur neue Bestellungen, sondern auch die Profitabilität ihrer Umsetzung.

Dänemark setzt auf weitere Kongsberg-Raketen

Dänemark kündigte gestern an, die Joint Strike Missile für seine F-35-Flotte beschaffen zu wollen. Nach Angaben von Kongsberg wäre Dänemark das siebte Land, das sich für die Rakete entscheidet. Das Unternehmen will den Markt nach einer Vertragsunterzeichnung erneut informieren.

Die Auswahl erweitert den Kreis der potenziellen Abnehmer. Sie ist jedoch noch nicht mit einem bezifferten Auftrag gleichzusetzen. Solange die Verhandlungen laufen, bleibt das zusätzliche Geschäftsvolumen offen.

Davon zu unterscheiden ist der am Montag unterzeichnete Vertrag über zusätzliche Naval Strike Missiles zur dänischen Küstenverteidigung. Sein Wert beträgt rund NOK 400 Millionen. Der Verkauf erfolgt zwischen den Beschaffungsbehörden Norwegens und Dänemarks.

Die beiden dänischen Vorhaben betreffen somit unterschiedliche Raketensysteme und unterschiedliche Vertragsstände. Das Küstenverteidigungsgeschäft ist bereits vereinbart, während die Beschaffung für die Kampfflugzeuge noch verhandelt wird.

Quartalszahlen prüfen die Auftragsperspektive

Der nächste Prüfstein folgt am 29. Oktober: Kongsberg wird dann die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 präsentieren. Die Veröffentlichung bietet Anlegern Gelegenheit, die jüngsten Vertragsmeldungen in den größeren Zusammenhang von Auftragseingang und Ertragskraft einzuordnen.

Bank of America erwartete in ihrer Vorschau vom Montag einen Quartalsauftragseingang von NOK 19,5 Milliarden und damit einen Wert über dem Konsens. Zugleich prognostizierte das Haus EBIT-Margen unter den Erwartungen. Dabei handelt es sich um Schätzungen, nicht um veröffentlichte Ergebnisse.

Diese Gegenüberstellung trifft den entscheidenden Punkt: Ein hoher Auftragseingang allein beantwortet die Frage nach der Gewinnentwicklung nicht. Die neuen Verträge stützen die Geschäftsperspektive, während die Margenentwicklung gesondert geprüft werden muss.

Nordea Markets hatte am 16. Oktober das Kursziel von NOK 387 auf NOK 400 angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Mit den anstehenden Zahlen rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich die Auftragsdynamik in der Ertragsentwicklung niederschlägt.

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