Knorr-Bremse, Aktie

Knorr-Bremse Aktie: Merak-Verkauf an OpenGate Capital

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Knorr-Bremse veräußert die Klimasparte Merak an OpenGate Capital und hebt nach starken Q2-Zahlen die Jahresprognose an. Der Umbau fokussiert margenstarke Kerngeschäfte.

Knorr-Bremse: Verkauf von Merak und starke Quartalszahlen stärken Wachstumskurs
Moderner Hochgeschwindigkeitszug in einem Bahnhof bei Dämmerung, symbolisiert industrielle Veränderung und Bahntechnik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Münchener Bremssystem-Spezialist Knorr-Bremse bereitet sich mit einer geschärften Unternehmensstruktur und neuen digitalen Lösungen auf die kommenden Branchenhighlights vor. Im Fokus stehen dabei die Präsentationen auf der Automechanika in Frankfurt sowie der Schienenverkehrsmesse InnoTrans im September. Das Unternehmen setzt verstärkt auf digitale Aftermarket-Lösungen und Serviceplattformen für Nutzfahrzeuge, um seine Position im internationalen Wettbewerb zu festigen. Parallel dazu treibt der Konzern die Bereinigung seines Portfolios voran, um sich auf margenstarke Kernbereiche zu konzentrieren.

Strategische Neuausrichtung durch Verkäufe

Ein wesentlicher Baustein dieser Strategie ist die Trennung von Randaktivitäten. Wie das Handelsblatt berichtet, hat Knorr-Bremse eine Vereinbarung über den Verkauf seiner globalen Geschäftseinheit für Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme (HVAC) getroffen. Die Tochtergesellschaft Merak, die ihren Sitz im spanischen Getafe hat und rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, soll an OpenGate Capital veräußert werden. Merak erwirtschaftete im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 360 Millionen Euro.

Der Abschluss dieser Transaktion wird bis zum Ende des Jahres 2026 erwartet. Diese Maßnahme ist Teil des Bestrebens, die Komplexität innerhalb des Konzerns zu reduzieren. Durch die Veräußerung weniger profitabler oder nicht zum Kern gehörender Segmente will das Management die operative Schlagkraft erhöhen. Die frei werdenden Ressourcen sollen stattdessen in technologische Innovationen und das Wachstum der profitablen Schienen- und Nutzkraftwagen-Segmente fließen.

Starke Quartalsbilanz und angehobene Ziele

Die finanzielle Basis für diesen Umbau lieferten zuletzt die Ergebnisse des zweiten Quartals. Medienberichten zufolge steigerte Knorr-Bremse den Umsatz um 7,2 Prozent auf 2,143 Milliarden Euro. Besonders deutlich fiel die Verbesserung der Profitabilität aus: Die operative EBIT-Marge kletterte auf 14,2 Prozent, verglichen mit 13,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie erreichte einen Wert von 1,08 Euro. Ein Rekord-Auftragsbestand von knapp 7,9 Milliarden Euro sichert zudem die Auslastung für die kommenden Monate ab.

Aufgrund dieser positiven Entwicklung hat der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben. Knorr-Bremse erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 8,1 und 8,3 Milliarden Euro. Auch bei der operativen EBIT-Marge zeigt sich das Management optimistischer und peilt eine Spanne von 14,0 bis 14,5 Prozent an. Zudem stieg der Free Cashflow im zweiten Quartal um fast 80 Prozent auf 262 Millionen Euro, was den finanziellen Spielraum für Investitionen und die Umsetzung der neuen Strategie „Growth Beyond“ unterstreicht.

Langfristige Perspektiven und Marktlage

Langfristig zielt Knorr-Bremse mit seiner Strategie darauf ab, bis zum Jahr 2030 einen Umsatz von rund 10 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von etwa 16 Prozent zu erreichen. Um die Kontinuität an der Unternehmensspitze zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat die Verträge des Vorstandsvorsitzenden Marc Llistosella und des Finanzvorstands Frank Weber bereits frühzeitig um jeweils fünf Jahre verlängert. Llistosella wird das Unternehmen somit bis mindestens Dezember 2030 führen.

An der Börse spiegelte sich die jüngste Dynamik zuletzt in einer verhaltenen Reaktion wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 102,10 Euro, was einem Rückgang von 1,45 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier jedoch ein Plus von 7,02 Prozent. Trotz des aktuellen Abstands zum 52-Wochen-Hoch von 11,83 Prozent bleibt das Vertrauen der Experten bestehen. Medienberichten zufolge liegt der Analysten-Konsens mit Stand vom 31. Juli bei einem Kursziel von 114,67 Euro, wobei der Trend für die kommenden sechs Monate auf „Kauf“ lautet. Die anstehenden Messeauftritte in Berlin und Frankfurt könnten neue Impulse für die Bewertung der technologischen Fortschritte liefern.

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