Klarna Aktie: Chrysalis stößt Restanteile ab
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 05:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der britische Investor Chrysalis Investments hat seine verbliebene Beteiligung an Klarna vollständig abgestoßen. Für rund 34 Millionen Pfund trennte sich die Beteiligungsgesellschaft am Montag von ihren restlichen Anteilen am schwedischen Zahlungsdienstleister. Bereits im Juli hatte Chrysalis ein Klarna-Aktienpaket für sechs Millionen Pfund versilbert.
Der vollständige Rückzug des Investors erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Kursverfalls. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Klarna-Aktie auf 56 Prozent. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 10,92 Euro notiert das Papier nur noch 4,0 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 10,50 Euro.
Kapitalrückzahlung an Anleger nach Anteilsverkauf
Chrysalis nutzt die Erlöse aus dem Verkauf primär zur Pflege der eigenen Kapitalbasis. Rund 25 Millionen Pfund sollen über eine anteilige Kapitalrückzahlung an die eigenen Aktionäre ausgeschüttet werden. Dies entspricht 127,0 Pence je Aktie beziehungsweise etwa 4,1 Prozent der ausgegebenen Stammaktien.
Die restlichen rund neun Millionen Pfund aus der Transaktion verbleiben als Betriebspuffer und für mögliche Folgeinvestitionen bei der Beteiligungsgesellschaft. Im März 2026 hatte Klarna noch rund 6,5 Prozent des Nettovermögens von Chrysalis ausgemacht. Den Schwerpunkt des Portfolios bildet weiterhin die Digitalbank Starling mit einem Anteil von knapp 60 Prozent.
Gegenwind in Europa dämpft die Jahresziele
Der Ausstieg des Großaktionärs fällt in eine operative Bewährungsprobe für den Zahlungsdienstleister. Zu Beginn der Woche stutzte Klarna seine Jahresprognose für das Gesamtjahr 2026. Das Management rechnet nun mit Erlösen zwischen 4,08 und 4,16 Milliarden US-Dollar, nachdem zuvor mehr als 4,34 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Das Ziel für das Bruttowarenvolumen schrumpfte von über 155 Milliarden auf 149 bis 151 Milliarden US-Dollar.
Verantwortlich für die Dämpfung sind vor allem Wechselkurseffekte sowie eine schwache Dynamik im europäischen Kernmarkt. Allein auf Währungseinflüsse in Europa und Großbritannien entfielen nach Unternehmensangaben rund 600 Millionen US-Dollar der GMV-Kürzung.
Zudem wuchs der Einzelhandel im deutschen Markt, dem volumenmäßig wichtigsten Terrain des Konzerns, zuletzt mit weniger als einem Prozent. Für das zweite Halbjahr stellt sich Klarna hierzulande auf weiterhin schwierige Rahmenbedingungen ein.
Spagat zwischen Margen und Wachstum
Trotz der eingetrübten Umsatzaussichten verbesserte sich die Profitabilität zuletzt spürbar. Zugleich hob das Management sein Ziel für die Transaktionsmarge im Gesamtjahr leicht auf 1,62 bis 1,65 Milliarden US-Dollar an.
Auf Seiten der Marktbeobachter gehen die Meinungen dennoch auseinander. Das Analysehaus Morningstar verweist darauf, dass Klarna über neue Kooperationen mit Zahlungsdienstleistern seine Reichweite spürbar ausbaue und zunehmend das Nutzerverhalten monetarisiere.
Andere Marktteilnehmer reagierten hingegen skeptisch auf das abgekühlte Volumenwachstum.
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