Kier, Aktie

Kier Aktie: Erstmals seit Jahren Netto-Cash

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 10:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kier steigert Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2026, erreicht erstmals seit über einem Jahrzehnt Netto-Cash und erhöht die Dividende.

Kier Group erreicht erstmals seit Jahren Netto-Cash-Position
Moderne Baustelle im Sonnenaufgang, die Wachstum und finanzielle Stabilität symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Kier Group hat seine Jahreszahlen vorgelegt – und die Reaktion an der Börse war eindeutig. Die Aktie legte am Dienstag rund 3,4 Prozent zu und näherte sich damit ihrem 52-Wochen-Hoch bei 263,4 Pence. Der britische Infrastruktur- und Baukonzern erreichte ein Ergebnis, das die Erwartungen an mehreren Fronten übertraf.

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr bis Ende Juni 2026 um 7,5 Prozent auf 4,39 Milliarden Pfund. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte um 6,7 Prozent auf 169,8 Millionen Pfund, während der bereinigte Gewinn je Aktie um 8,8 Prozent auf 23,5 Pence zulegte.

Besonders bemerkenswert: Kier weist erstmals seit über einem Jahrzehnt im Jahresdurchschnitt eine Netto-Cash-Position aus – nach einer durchschnittlichen Nettoverschuldung von 49,2 Millionen Pfund im Vorjahr.

Bilanz im Umbruch

Der freie operative Cashflow stieg auf 206 Millionen Pfund, was einer Cash-Conversion von 121 Prozent entspricht – deutlich über dem mittelfristigen Zielwert von 90 Prozent. Die Netto-Cash-Position zum Stichtag wuchs um 13,9 Prozent auf 232,4 Millionen Pfund.

Der Vorstand schlägt eine um 8 Prozent höhere Dividende von 7,8 Pence je Aktie vor, das im März gestartete Rückkaufprogramm über 25 Millionen Pfund war zum Stichtag bereits zu mehr als 30 Prozent abgeschlossen.

Vorstandschef Stuart Togwell zeigte sich zuversichtlich, dass der Konzern mit starkem Schwung ins Geschäftsjahr 2027 startet und die Gewinne am oberen Ende der bisherigen Erwartungen landen dürften.

Diese Aussage wiegt umso mehr, weil sie mit konkreten Zahlen zum Auftragsbestand unterlegt ist: Der Orderbuch wuchs um 8 Prozent auf ein Rekordniveau von 11,9 Milliarden Pfund. Damit ist bereits über 95 Prozent des erwarteten Umsatzes für 2027 gesichert, für 2028 sind es über 70 Prozent – eine für einen britischen Baukonzern ungewöhnlich hohe Planungssicherheit.

Zu den jüngsten Auftragsgewinnen zählen das Hinchingbrooke-Krankenhausprojekt, die East-West-Rail-Strecke sowie Bahnhofsprojekte in Greater Manchester. Die Rahmenverträge, über die Kier Zugang zu potenziellen Projekten hat, wuchsen von 150 auf rund 200 Milliarden Pfund, bei einer Erfolgsquote von über 80 Prozent bei Gewinnen und Verlängerungen.

Neue Ziele, neuer Fokus

Kier hat parallel zu den Zahlen aktualisierte Mittelfristziele vorgestellt, die auf Wachstum, Widerstandsfähigkeit und operativer Leistung fußen: ein mittleres einstelliges Umsatzwachstum, eine bereinigte operative Marge von 4,0 bis 4,5 Prozent, eine Cash-Conversion über 90 Prozent sowie ein durchschnittlicher Netto-Cash-Bestand von über 200 Millionen Pfund bis zum Geschäftsjahr 2029. Zudem soll der bereinigte Gewinn je Aktie im zweistelligen Bereich wachsen.

Ein strategischer Schnitt begleitet diese Ziele: Ab dem Geschäftsjahr 2027 will Kier keine neuen Immobilienentwicklungen mehr finanzieren. Das freigesetzte Kapital soll stattdessen die Bilanz stärken – mit Blick auf eine Anleihenrückzahlung, die im Geschäftsjahr 2029 ansteht. Der Kursanstieg fiel dabei besonders ins Gewicht, da der breitere FTSE 250 am selben Tag unter dem Druck steigender Ölpreise und Zinssorgen nachgab.

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